Feuerwehreinsatz an einer Biogasanlage in Nieheim. Foto: Jörn Fries

Nieheim‑Oeynhausen. Ein Großeinsatz der Feuerwehr am Kompostwerk der Firma Kompotec in Nieheim‑Oeynhausen hat sich nach neuen Erkenntnissen der Einsatzkräfte als weniger schwerwiegend erwiesen als zunächst angenommen. 


Nach Angaben der Feuerwehr ist entgegen der ursprünglichen Meldung kein Loch in einem Gärbehälter der Biogasanlage entstanden. Stattdessen sei eine Leitung beschädigt gewesen, aus der Gärsubstrat austrat.

Zudem sei nur eine vergleichsweise geringe Menge Substrat freigesetzt worden. Dieses konnte durch eine Sperre aufgehalten werden, sodass größere Umweltschäden verhindert wurden. Das ausgetretene Gärsubstrat werde derzeit in einen anderen Behälter gepumpt.

Einsatz läuft seit dem Vormittag

Der Einsatz läuft seit Mittwochvormittag, 15. April, gegen 10.20 Uhr. Ursprünglich war laut eines Berichts von Radio Lippe von einem etwa zehn Zentimeter großen Loch an einer Biogasanlage die Rede gewesen, aus dem neben Gas auch Gärsubstrat austrat. Dieses sei in die angrenzende Emmer geflossen, die nach Angaben der Feuerwehr zeitweise schwarz verfärbt gewesen sei. Die Emmer fließt über Steinheim in Richtung Lippe.

Das größte Problem stellte dabei nicht die Geruchsbelästigung durch austretendes Biogas dar, sondern das flüssige Gärsubstrat. In dem betroffenen Behälter befinden sich laut Feuerwehr 1.000 Kubikmeter Flüssigkeit, was einer Million Litern entspricht. Wie lange die Sicherungsmaßnahmen dauern, ließ sich zunächst nicht abschätzen.

Aktuell sind die Feuerwehren aus der Kernstadt Nieheim sowie die Löschgruppen aus den Nieheimer Ortsteilen im Großeinsatz. Zudem sind der Rettungsdienst des Kreises Höxter mit einem Rettungswagen, der Leiter Rettungsdienst sowie ein Wechselladerfahrzeug mit Abrollbehälter Atemschutz des Kreises Höxter vor Ort. Nach Auskunft des Feuerwehr‑Einsatzleiters gibt es derzeit keine Verletzten.

Die Bewohner von Nieheim‑Oeynhausen und den angrenzenden Ortschaften wurden vorsorglich gebeten, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Eine konkrete Gefahr für die Bevölkerung bestehe laut Feuerwehr jedoch nicht.