Eindrücke des Jahresempfangs der Stiftung Eben‑Ezer. Fotocollage: Andreas Leber

Lemgo. Unter dem Leitmotiv „Zuversicht wagen – Zukunft gemeinsam gestalten“ hat die Stiftung Eben‑Ezer/Bethel unlängst zu ihrem Jahresempfang eingeladen. Maike Krüger und Falko Heise aus der Geschäftsführung begrüßten zahlreiche Mitarbeiter, Verantwortliche, Klienten sowie Gäste aus Politik und Verwaltung, darunter auch Vertreter des Kreises Lippe. Der Empfang bot nicht nur Raum für Begegnung, sondern vor allem für Einblicke in die vielfältige Arbeit der Stiftung.


Nach der Begrüßung erhielten die Gäste einen Überblick über aktuelle Entwicklungen bei Eben‑Ezer, unter anderem durch einen kurzen Film, der verschiedene Wohnbereiche vorstellte. Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung von Kirchenmusikdirektorin Anna Ikramova an Klavier und Orgel, Miriam Ludewig mit Gesang sowie Manuel Konnerth an der Trompete.

In seiner Rede ging Geschäftsführer Falko Heise auf die gesellschaftlichen Herausforderungen der Gegenwart ein. Anlass war unter anderem ein geplantes Wohnprojekt der Stiftung in einem neuen Wohngebiet, das im Stadtentwicklungsausschuss kontrovers diskutiert worden war. Vertreter der AfD hatten sich dort gegen die Ansiedlung ausgesprochen und argumentiert, Menschen mit Entwicklungsstörungen könnten potenzielle Grundstückskäufer abschrecken oder den Wert von Grundstücken mindern.

Heise machte deutlich, dass diese Position auf entschiedenen Widerspruch der übrigen Ausschussmitglieder gestoßen sei. Für die Stiftung sei dies ein weiterer Ansporn, ihre Arbeit für Inklusion zu verstärken und Menschen mit Behinderungen bewusst mitten in den Quartieren und damit im alltäglichen Leben zu verankern.

Im weiteren Verlauf des Vormittags wurden drei zentrale Arbeitsfelder der Stiftung näher vorgestellt. Den Auftakt bildete der Bereich Wohnen. Madlen Engelhardt vom Geschäftsbereich „Wohnen für Erwachsene“ berichtete, dass derzeit 805 Menschen in den Wohnangeboten der Stiftung leben. Thematisiert wurden dabei sowohl das Leben mit Behinderung im Alltag als auch das Aufwachsen mit und ohne Behinderung. Ein Filmbeitrag ließ zahlreiche Klientinnen und Klienten selbst zu Wort kommen.

Anschließend rückten die jüngsten Menschen in den Fokus. Eben‑Ezer betreibt in ganz Lippe 34 Kitas, in denen Kinder spielen, Freundschaften schließen und ihre Umwelt entdecken können. Kinder aus der Kita Elkenbrede in Bad Salzuflen bereicherten den Empfang mit musikalischen Beiträgen und Tänzen und wurden mit langem Applaus bedacht.

Abschließend stellte Markus Töepfer, Leiter des „eeWerk“, die Arbeit der Werkstätten vor. Dort entstehen unter anderem Möbel, zugleich sind die Werkstätten Arbeitsort und Gemeinschaft. Töepfer verwies auf die Teilnahme des eeWerk am bundesweiten Aktionstag „Schichtwechsel“ im Jahr 2025, bei dem Mitarbeitende aus anderen Unternehmen für einen Tag in Werkstätten arbeiteten. Von rund 700 Werkstätten bundesweit beteiligten sich 370 an der Aktion. Einer der Teilnehmenden, Daniel Burkhardt, berichtete, sein Blick auf die Arbeit im eeWerk habe sich dadurch grundlegend verändert; er habe nicht erwartet, wie professionell, strukturiert und wertschätzend dort gearbeitet werde.