Kreis Lippe/Lemgo. Der Kreis Lippe treibt die Neustrukturierung seiner vier Berufskollegs zu drei leistungsfähigen Kompetenzzentren weiter voran. Nachdem der Kreistag dazu im Herbst 2025 einen Grundsatzbeschluss gefasst hat, tritt der Prozess nun in die nächste Phase ein. Ein erster konkreter Umsetzungsschritt betrifft die geplante Werkhalle für das Kompetenzzentrum Technik (BIC Technik) am Standort Lemgo.
Aufbauend auf den Ergebnissen der Machbarkeitsstudie, auf deren Grundlage der Kreistag seine Entscheidung getroffen hatte, werden derzeit die Anforderungen und Bedarfe an eine neue Werkhalle mit Fachleuten von den Berufskollegs Felix-Fechenbach und Lüttfeld abgestimmt.
„Wichtig ist uns, dass wir die verschiedenen Schritte der Neustrukturierung, die wir in der nächsten Zeit angehen, sowohl mit den politischen Mandatsträgern als auch mit den Schulen eng absprechen und auch mit unseren Partnern aus der Wirtschaft, der Wissenschaft und von Verbänden abstimmen, damit sie am Ende auch den Anforderungen an einen modernen, zeitgemäßen und zielgerichteten Unterricht erfüllen“, erklärt Karen Zereike, Abteilungsleiterin Schulen und Bildung sowie Leiterin des Eigenbetriebs Schulen des Kreises Lippe.
Das sei bereits bei den Planungen für die neue Werkhalle praktiziert worden. Lehrkräfte haben ihre Erfahrungen aus der täglichen Ausbildungspraxis bei mehreren Workshops eingebracht. Die Erkenntnisse fließen somit direkt in die weitere Entwicklung ein.
Die Werkhalle soll künftig als moderner Lern- und Arbeitsort für die berufliche Bildung dienen. Unterschiedliche technische Ausbildungsbereiche werden dort zusammengeführt. Ziel ist eine praxisnahe Ausbildungsumgebung, in der Schüler sowie Auszubildende unter realitätsnahen Bedingungen lernen und arbeiten können. Gleichzeitig entstehen neue Möglichkeiten für projektorientiertes Arbeiten und für Kooperationen mit regionalen Betrieben. Auch eine überbetriebliche Ausbildung kann künftig durch die kooperative Nutzung spezialisierter Praxisräume und Werkstätten optimal integriert werden.
Über diese und andere Entwicklungen wurde jüngst auch das politische Begleitgremium des Projekts informiert, das sich aus Vertretern der Kreistagsfraktionen zusammensetzt. Darüber hinaus seien weitere Gespräche mit den wichtigsten Partnern der lippischen Berufskollegs sowie ein Forum mit zahlreichen Fachleuten aus den Bereichen Schule, berufliche Bildung und Ausbildung sowie weiteren Stakeholdern geplant, zu dem gezielt eingeladen werden soll. „Der intensive Austausch und eine regelmäßige Information liegen uns am Herzen“, betont Dirk Menzel, ebenfalls Abteilungsleiter Schulen und Bildung und Leiter des Fachdienstes Bildung beim Kreis Lippe.
Hintergrund
Insgesamt ist die Weiterentwicklung der Berufskollegs ein mehrjähriger Prozess. Ziel ist es, die berufliche Bildung im Kreis Lippe nachhaltig zu stärken und moderne Rahmenbedingungen für Auszubildende und Schüler sowie Lehrkräfte zu schaffen.
Künftig sollen die bisherigen vier Berufskollegs an den Standorten Lemgo und Detmold in drei Kompetenzzentren mit klaren fachlichen Schwerpunkten gebündelt werden: ein technisch ausgerichtetes Zentrum in Lemgo sowie zwei Kompetenzzentren in Detmold mit kaufmännischem Schwerpunkt sowie mit Ausrichtungen in den Bereichen Gesundheit, Soziales, Ernährung und Versorgung.
Dabei geht es auch um die langfristige Sicherung von Fachkräften in der Region.




