Detmold. Kontroverse um die Neugestaltung des Hasselter Platzes in Detmold: Mit einer Demonstration und einem Ratsantrag wendet sich die Partei „Die Partei“ gegen die aktuelle Nutzung des Areals als Spielplatz und kritisiert dabei sowohl städtebauliche als auch gesellschaftspolitische Aspekte.
Am Samstag, 9. Mai, habe die Partei nach eigenen Angaben zwischen 14 und 16 Uhr eine Demonstration mit Infostand am Hasselter Platz organisiert. Rund 50 Personen hätten daran teilgenommen, darunter auch Menschen, die sich zuvor regelmäßig an dem Ort aufgehalten hätten. Nach Darstellung der Veranstalter habe sich die Aktion gegen deren Verdrängung sowie gegen den Einsatz sogenannter „defensiver Architektur“ gerichtet.
Im Vorfeld der Proteste sei die ursprünglich geplante feierliche Eröffnung des umgestalteten Platzes kurzfristig verlegt worden. Wie die Partei mitteilt, habe die Polizei am Samstagmittag darüber informiert, dass die Veranstaltung aus diesem Grund vom Nachmittag auf den Morgen vorgezogen worden sei.
Der Hasselter Platz war anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der Städtepartnerschaft mit der belgischen Stadt Hasselt neu gestaltet worden. Nach Auffassung der Partei sei die Umwandlung in einen Spielplatz jedoch gezielt erfolgt, um künftig leichter Platzverweise aussprechen zu können und bestimmte Personengruppen aus dem Stadtbild zu verdrängen. Kritisiert wird in diesem Zusammenhang, dass ein ursprünglich als Begegnungsort gedachter Platz nun faktisch reglementiere, wer sich dort aufhalten dürfe.
In ihrer Argumentation greift „Die Partei“ den Begriff der defensiven Architektur auf, der aus der Stadtplanung bekannt ist und Maßnahmen beschreibt, die bestimmte Nutzungen öffentlicher Räume verhindern sollen – etwa durch speziell gestaltete Sitzbänke. Die Partei bewertet die Einrichtung eines Spielplatzes in diesem Zusammenhang als „neue Eskalationsstufe“, da hier indirekt Kinder als Mittel eingesetzt würden, um andere Gruppen fernzuhalten.
Zudem äußert sie Zweifel an der Eignung des Standorts. So liegt der Spielplatz unmittelbar an einem stark frequentierten Verkehrsknotenpunkt. Die vorhandene Abgrenzung durch Hecken und Draht wird als unzureichend bezeichnet. Auch die Pflanzung von Wacholdersträuchern, die als Symbol für die Städtepartnerschaft dienen sollen, wird kritisch gesehen, da Teile der Pflanze als leicht giftig gelten.
Besonders im Fokus steht ein weiteres Gestaltungselement: die Nachbildung des sogenannten „Borrelmanneke“-Brunnens, eines Figurenbrunnens aus Hasselt. Dieser zeige ein Männchen mit einem Schnapsfass und stehe symbolisch für die Herstellung und den Genuss des belgischen Genevers. Nach Einschätzung der Partei sei ein solches Motiv für einen Spielplatz ungeeignet.
Vor diesem Hintergrund hat „Die Partei“ einen Antrag in den Rat der Stadt Detmold eingebracht. Darin wird gefordert, den Brunnen vom Hasselter Platz zu entfernen und an einen alternativen Standort zu versetzen. Konkret schlägt die Partei den Parkplatz an der Bielefelder Straße vor, der in der Bevölkerung bereits als „Hasselter Platz 2“ bezeichnet werde.
In der Begründung des Antrags heißt es, ein Brunnen mit Bezug zu Alkohol habe auf einem Spielplatz nichts zu suchen. Stattdessen sei er an einem Ort besser aufgehoben, der sich an ein erwachsenes Publikum richtet. Darüber hinaus wird argumentiert, dass der vorgeschlagene Ausweichstandort bislang kaum genutzt werde und sich daher problemlos für eine solche Installation eigne.




