Paderborn. Nach der gewalttätigen Auseinandersetzung am Salitos Beach am Lippesee Ende Juni haben Staatsanwaltschaft und Polizei weitere Details zum Ermittlungsstand veröffentlicht. Inzwischen gehen die Behörden von zwei Männern aus, die durch Messerstiche schwer verletzt wurden. Die Tat wird nun als versuchtes Tötungsdelikt eingestuft.
Wie die Ermittler mitteilen, war zunächst ein 22-jähriger Mann aus Lippstadt mit lebensgefährlichen Verletzungen in ein Krankenhaus eingeliefert worden. Nach einer Notoperation hatte sich sein Zustand stabilisiert. Mittlerweile konnte der Mann das Krankenhaus wieder verlassen.
Im Zuge weiterer Ermittlungen sei zudem bekannt geworden, dass noch am selben Abend ein 31-jähriger Mann aus Bramsche mit einer schweren Stichverletzung im Brustbereich in die Notaufnahme eines Krankenhauses in Osnabrück gebracht worden sei. Die Ermittlungen in Zusammenarbeit mit der Polizei Osnabrück hätten ergeben, dass auch diese Verletzung auf die Auseinandersetzung am Lippesee zurückzuführen sei. Nach einer Notoperation hat auch dieser Mann das Krankenhaus inzwischen verlassen können.
Nach aktuellem Ermittlungsstand soll es am 27. Juni gegen 20 Uhr vor dem Eingangsbereich des Veranstaltungsgeländes am Salitos Beach zu einer körperlichen Auseinandersetzung zwischen zwei verfeindeten Gruppen gekommen sein. Nach Angaben der Polizei würden diese dem Rockermilieu zugerechnet. Im Verlauf der Auseinandersetzung seien der 22-Jährige und der 31-Jährige durch Messerstiche verletzt worden.
Darüber hinaus sei ein 40-jähriger Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes durch einen Schuss aus einem Reizstoffabschussgerät verletzt worden. Die Ermittlungen zu den Hintergründen und den beteiligten Personen werden inzwischen von einer Ermittlungskommission des Polizeipräsidiums Bielefeld in enger Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft Paderborn geführt.
Die Ermittler werten derzeit vorhandene Fotos aus dem Eingangsbereich des Salitos Beach aus. Gleichzeitig bitten Polizei und Staatsanwaltschaft weitere Zeugen um Mithilfe. Besonders gesucht werden Personen, die rund um die Tatzeit Foto- oder Videoaufnahmen auf oder vor dem Veranstaltungsgelände angefertigt haben.
Nach Angaben der Ermittlungsbehörden gestalten sich die Untersuchungen schwierig, da die Geschädigten bislang keine brauchbaren Angaben zum genauen Tathergang gemacht hätten. Der 31-jährige Verletzte habe zunächst wahrheitswidrig angegeben, von einem Obdachlosen in einem Park in Osnabrück verletzt worden zu sein.
Zeugen sowie Personen mit relevanten Bild- oder Videoaufnahmen werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 0521/545-0 bei der Polizei Bielefeld zu melden.






