Kreis Lippe. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen bleiben anspruchsvoll. Umso wichtiger ist das Signal, das die Unternehmen in Lippe zum Ausbildungsstart senden: Sie investieren weiterhin in die Ausbildung junger Menschen und leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung in der Region.
Während die Zahl der neu eingetragenen Ausbildungsverträge in Nordrhein-Westfalen bis Ende Juli gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 9,3 Prozent zurückgegangen ist, zeigt sich der Ausbildungsmarkt in Lippe weiterhin positiv.
„Die duale Ausbildung ist und bleibt der wichtigste Weg, qualifizierte Fachkräfte für unsere Unternehmen zu gewinnen. Deshalb freut es uns, dass viele Ausbildungsbetriebe in Lippe auch in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten an ihrem Ausbildungsengagement festhalten. Das ist ein starkes Signal für die Zukunft unseres Wirtschaftsstandortes“, sagt Martin Raithel, Abteilungsleiter Aus- und Weiterbildung/Fachkräfte der IHK Lippe zu Detmold (IHK Lippe).
Nach Einschätzung der IHK Lippe ist diese Entwicklung kein Zufall. Sie sei das Ergebnis des großen Engagements der Ausbildungsbetriebe sowie der engen Zusammenarbeit zwischen Unternehmen, Schulen, der Agentur für Arbeit, dem Jobcenter, dem Kreis Lippe und der IHK Lippe. Gemeinsam verfolgten die Partner das Ziel, möglichst viele junge Menschen für eine duale Ausbildung zu gewinnen und den Betrieben die Fachkräfte von morgen zu sichern.
Trotz der insgesamt positiven Entwicklung bleibe die Besetzung offener Ausbildungsplätze eine Herausforderung. Viele Unternehmen suchten auch nach dem Ausbildungsstart zum 1. August noch motivierte Auszubildende. Gleichzeitig gebe es Jugendliche, die noch auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz seien oder sich erst jetzt für eine Ausbildung entschieden.
Die aktuelle Ausbildungsumfrage der Deutschen Industrie- und Handelskammer bestätigt diese Entwicklung. Sie zeigt, dass heute weniger fehlende Ausbildungsplätze als vielmehr die Passung zwischen Betrieben und Bewerbern die größte Herausforderung darstellt. Gleichzeitig berichten viele Unternehmen von Defiziten bei schulischen Grundkompetenzen sowie bei Kommunikationsfähigkeit, Eigenverantwortung und Belastbarkeit.
Genau dort setze die „Passgenaue Besetzung“ der IHK Lippe an. Diese unterstütze kleine und mittlere Unternehmen dabei, geeignete Auszubildende zu finden, und begleite Jugendliche mit einer individuellen Beratung auf dem Weg in die Ausbildung, teilt die IHK Lippe mit. Durch persönliche Vermittlung und enge Begleitung entstünden häufig auch nach dem 1. August noch erfolgreiche Ausbildungsverhältnisse.
„Viele junge Menschen glauben, dass nach dem 1. August keine Ausbildung mehr möglich ist. Das ist ein Irrtum. Auch jetzt bieten zahlreiche Unternehmen noch Ausbildungsplätze an. Gleichzeitig wissen wir aus unserer täglichen Arbeit, dass oft nur der richtige Kontakt zwischen Betrieb und Bewerbern fehlt. Genau diesen Kontakt stellen wir her“, sagt Martin Raithel.
Die IHK Lippe appelliert deshalb an alle Jugendlichen, die noch keinen Ausbildungsplatz gefunden hätten, die verbleibenden Chancen zu nutzen und sich beraten zu lassen. Gleichzeitig seien Unternehmen mit offenen Ausbildungsplätzen eingeladen, das Angebot der „Passgenauen Besetzung“ in Anspruch zu nehmen.
„Jeder erfolgreich vermittelte Ausbildungsplatz ist ein Gewinn – für den jungen Menschen, für das Unternehmen und für die Zukunft unseres Wirtschaftsstandortes. Deshalb setzen wir alles daran, auch in den kommenden Wochen noch möglichst viele Jugendliche und Betriebe erfolgreich zusammenzubringen“, betont Raithel.






