
Oerlinghausen. In Anwesenheit des Namensgebers des Preises, dem fast 90-jährigen SPD-Politiker Horst Steinkühler, ging der 25. Preis der Oerlinghauser SPD an das ehrenamtliche Team des Archäologischen Freilichtmuseums Oerlinghausen (AFM). Das betonten alle Festredner, genau wie Laudator Ewald Lienen. Der ehemalige Arminia-Bielefeld-Spieler ist „Klimabotschafter des Kreises Lippe“ und engagiert sich für Umweltschutz und Artenvielfalt.
Die Eröffnung der Feier übernahm der stellvertretende Vorsitzende der SPD, Volker Neuhofer. Er vertrat die Vorsitzende Frauke Kleemeier, die wegen eines plötzlichen Trauerfalles in der Familie absagen musste.

Neuhofer begrüßte die Ehrengäste, Landesverbandsvorsteher Jörg Düning-Gast, die stellvertretende Landrätin Birgit Tornau, die Landtagsabgeordnete Ellen Stock, Oerlinghausens Bürgermeister Peter Heepmann und besonders Horst Steinkühler, der mit seiner Enkelin gekommen war. Der diesjährige Preis sei an alle Ehrenamtlichen im Museum gerichtet, sagte er, auch wenn der stellvertretend an Bruno Rieschmüller-Affelt übergeben werde.
Ebenfalls betonte dies der Oerlinghauser Bürgermeister, der zusätzlich hervorhob, dass dort seit vielen Jahren außergewöhnliches Engagement mit Herzblut geleistet werde.
„Unser Preis verkörpert gesellschaftliches Engagement und Wertevermittlung. Das ist es, was sie hier seit Jahren zeigen. Ohne ihr Engagement wäre das Museum nicht das, was es heute ist. Durch ihre Arbeit kommt Leben hier rein“, sagte er.

Ewald Lienen sagte, er habe einen guten Bezug zum Museum, habe er doch lange Zeit in der Südstadt gewohnt. In seiner manuskriptlosen und frei gehaltenen Laudatio hob er das Ehrenamt im Allgemeinen hervor. „Es ist die größte soziale Arbeit im Land“, sagte der Klimabotschafter des Kreises.
Er selbst habe erfahren, was Ehrenamt bedeute, als er als junger Mann zum Sportverein gekommen sei. „Das waren alles Ehrenamtler, sozusagen meine Familie, durch die ich viel gelernt habe. Leider ist es heute überall ein Problem, Menschen für das Ehrenamt zu finden.
Aber wie ich gelernt habe, gibt es eine neue Bewegung, die man ‚Reenactment‘ nennt und über die doch wieder einige dazu stoßen“, sagt er und hob hervor, dass die Gruppe des Museums rund 3.000 ehrenamtliche Stunden im Jahr leiste.
Bevor Volker Neudorfer den Preis überreichte, ergriff Ex-Bürgermeister Dirk Becker, als neuer Vorsitzender des Trägervereins, noch das Wort und bat alle anwesenden Ehrenamtler nach vorn.
„Durch sie ist das Museum kein totes Museum, sondern etwas ganz Besonderes. Ich habe lange Zeit nicht gewusst, wie viel Arbeit hier drinsteckt“, sagte er, bevor er sich auch noch einmal an Horst Steinkühler wandte. Vor 20 Jahren habe man dort seinen Abschied aus dem Landtag gefeiert und er freue sich, dass er heute wieder, sozusagen zur Jubiläumsverleihung, dabei sei, so Becker.
An die anwesenden Kommunalpolitiker richtete er den Appell, die Zuschüsse, die seit Jahren gleich geblieben seien, nicht zu kürzen, sondern weiter aufzustocken. Bruno Rieschmüller-Affelt bedankte sich mit wenigen Worten und gab zum Ausdruck, wie viel Spaß es mache, dort zu arbeiten.
Die SPD Oerlinghausen ehrt mit dem Preis bürgerschaftliches Engagement. Der „Horst-Steinkühler-Preis“ zeichnet Personen, Vereine und Institutionen aus, die sich um das Wohl der Stadt und der dort lebenden Menschen in besonderer Weise verdient gemacht haben. Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung durch die Musikerin Sandra Schmitt mit schwedischem Folk und altnordischen Klängen.






