Das Hermannsdenkmal in Detmold ist und bleibt eines der beliebtesten Ausflugsziele im Teutoburger Wald. Foto Pixabay

Kreis Lippe. Die Urlaubsregion Teutoburger Wald hat im ersten Halbjahr 2026 bei den Gästezahlen leicht zugelegt. Nach Angaben des Landesbetriebs IT.NRW wurden von Januar bis Juni insgesamt 997.612 Ankünfte und 3.274.510 Übernachtungen registriert. Das entspricht gegenüber dem Vorjahreszeitraum einem Plus von 1,2 Prozent bei den Ankünften und 0,3 Prozent bei den Übernachtungen.


Als möglicher Grund für das vergleichsweise moderate Wachstum wird die Witterung genannt. Von den vier großen Feiertagswochenenden im ersten Halbjahr habe lediglich Pfingsten verlässliches Ausflugswetter geboten.

Ostern, Christi Himmelfahrt und Fronleichnam seien dagegen weitgehend verregnet gewesen. Zudem entscheiden sich Gäste nach Angaben des Teutoburger Wald Tourismus zunehmend kurzfristig für eine Reise und orientieren sich dabei stark an den Wetterprognosen.

Besonders deutlich wuchs der Bereich der Ferienwohnungen und Ferienzentren. Dort stiegen die Ankünfte um 39,5 Prozent, die Übernachtungen um 35,8 Prozent. Gleichzeitig wurde das Angebot erheblich ausgebaut. Die Zahl der Betriebe erhöhte sich um 25,4 Prozent, die Zahl der Betten um 34,4 Prozent. Der Trend zu individuellen und flexiblen Reiseformen setzt sich damit weiter fort.

Die Hotellerie behauptete sich ebenfalls auf stabilem Niveau. Hotels verzeichneten 0,7 Prozent mehr Ankünfte, während die Zahl der Übernachtungen leicht um 0,3 Prozent zurückging. Hotel garnis entwickelten sich mit 2,9 Prozent mehr Ankünften und 0,5 Prozent mehr Übernachtungen positiv.

Während in der Branche weiterhin Betriebsaufgaben und schwierige Unternehmensnachfolgen zu beobachten sind, entstehen zugleich neue Angebote. Im Juni waren in der Region 692 Beherbergungsbetriebe mit insgesamt 39.085 Betten geöffnet. Das entspricht einem Zuwachs von 0,7 Prozent bei den Betrieben und einem Prozent bei den Betten.

Überdurchschnittlich stark entwickelte sich die Nachfrage aus dem Ausland. Die Zahl der ausländischen Gästeankünfte stieg um 10,5 Prozent, die der Übernachtungen um 7,1 Prozent. Wichtigster internationaler Quellmarkt bleiben die Niederlande, auf die mehr als ein Fünftel aller ausländischen Übernachtungen entfällt. Es folgen Polen und Großbritannien.

„Ferienwohnungen und Gäste aus dem Ausland sind im ersten Halbjahr 2026 die klaren Wachstumstreiber“, sagt Markus Backes, Geschäftsführer der OstWestfalenLippe GmbH und Leiter des Teutoburger Wald Tourismus. Angesichts gestiegener Energie- und Lebensmittelpreise sowie des anhaltenden Fachkräftemangels verdiene die Entwicklung Anerkennung. Gleichzeitig sei das moderate Wachstum Ansporn, weiterhin gezielt in Qualität und touristische Infrastruktur zu investieren.