Blick auf das MVZ im Kalletal. Foto: Reiner Toppmöller

Kalletal. Nachdem der Kalletaler Bürgermeister Mario Hecker mit der Minderheit der rot-grünen Ratsfraktion in einer Sitzung ohne CDU und UKB weitere 500.000 Euro für das MVZ durchgesetzt hat, melden sich jetzt die niedergelassenen Ärzte zu Wort.


Sie schalten den Justiziar der Ärztekammer NRW ein und lassen prüfen, ob gegen das Standesrecht der Ärzte verstoßen wurde. In einem Schreiben von Dr. Martin Schäfers werden dem Bürgermeister unlautere Mittel vorgeworfen.

Wie bekannt, hat der Bürgermeister unverhohlen für den Patientenwechsel zum MVZ geworben, auch in den sozialen Medien. Er war für das Bürgerbegehren und auch bei der Mahnwache für das MVZ dabei.

Dr. Schäfers schreibt, dass die angestammten Ärzte empört seien über das Verhalten und dass man glaube, dass dort zu nicht erlaubten Mitteln gegriffen worden sei. Er glaubt, dass ein kollegiales Miteinander nicht mehr möglich sei, und sieht den Bestand der vorhandenen Praxen gefährdet. Er unterstellt, dass Patienten aus den vorhandenen Praxen abgeworben würden. „Ist die Not beim MVZ so groß, dass zu unfairen und vermutlich auch nicht erlaubten Mitteln gegriffen wird?“, fragt der niedergelassene Arzt.

Dass sich Mario Hecker jetzt nicht nur die niedergelassenen Ärzte zu Gegnern gemacht hat, sondern auch mit dem Schachzug der vergangenen beiden Ratssitzungen Unfrieden und Spaltung in den Rat und die Gemeinde gebracht hat, konnte man in den vergangenen Tagen auch in den sozialen Medien beobachten.

Dort bedauern viele Nutzer nicht nur das Ausbleiben einer gemeinsamen Entscheidung, sondern es wird deutlich, dass der Konflikt zwischen Befürwortern und Gegnern inzwischen tiefe Spuren hinterlassen hat und die Risse bis in Freundeskreise und Familien hineinreichen.
Was Bürgermeister Mario Hecker davon hält, sieht man an seiner Entscheidung, dem demokratischen Beschluss keine weiteren Zuschüsse zu gewähren, mit seinem Widerspruch in „Trump-Manier“ so lange abstimmen zu lassen, bis er sein gewolltes Ergebnis erreicht hatte.
Seit der Kommunalwahl 2025 hat es im Kalletal bereits 16 Ratssitzungen gegeben. So viele haben selbst größere Gemeinden in Lippe oft nicht mal während einer gesamten Legislaturperiode. In der Mehrzahl der Sitzungen ging es um Zuschüsse für das MVZ.