Düsseldorf/Kreis Lippe. Rund 27.000 Schüler haben in Nordrhein-Westfalen in diesem Jahr erfolgreich ihre Abiturprüfungen abgeschlossen. Damit fällt die Zahl der Abiturientinnen und Abiturienten 2026 erheblich geringer aus als in den Vorjahren.
Zum Vergleich: 2025 bestanden noch rund 72.000 Schüler die Abiturprüfungen. Ursache für den starken Rückgang ist allerdings keine gesunkene Erfolgsquote, sondern die Rückkehr der Gymnasien zum neunjährigen Bildungsgang G9.
Dieser Systemwechsel führt in diesem Jahr zu einem außergewöhnlichen Abiturjahrgang. An den meisten Gymnasien in Nordrhein-Westfalen fanden in diesem Jahr einmalig keine Abiturprüfungen statt. Prüfungen gab es lediglich an 95 sogenannten Bündelungsgymnasien, die Wiederholer sowie Schüler aufgenommen hatten, die die Schulform gewechselt haben.
Schulministerin Dorothee Feller würdigt vor diesem Hintergrund besonders die Leistung der diesjährigen Absolventen. „Hinter den Abiturzeugnissen stehen jahrelange Arbeit, Ausdauer und persönliches Engagement. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Abiturprüfungen an den Gymnasien in diesem besonderen Übergangsjahr nur an 95 Bündelungsgymnasien stattfanden, die Wiederholerinnen und Wiederholer sowie Schulformwechslerinnen und Schulformwechsler aufgenommen haben. Gerade diese Schülerinnen und Schüler haben auf ihrem individuellen Bildungsweg Durchhaltevermögen bewiesen und mit dem Abitur ein wichtiges Ziel erreicht. Respekt für Eure Leistung!“
Durchschnittsnote bei 2,56
In die Auswertung der diesjährigen Abiturergebnisse fließen die Resultate von 106 Gymnasien und 325 Gesamtschulen sowie 29 Weiterbildungskollegs und 34 Waldorfschulen ein. Dort erreichten die Abiturienten 2026 eine Durchschnittsnote von 2,56. An den Beruflichen Gymnasien der Berufskollegs fiel der Notendurchschnitt mit 2,43 etwas besser aus.
Im Vergleich zum vergangenen Jahr hat sich der Notenschnitt an den allgemeinbildenden Schulen verschlechtert. 2025 hatten die Abiturientinnen und Abiturienten dort im Durchschnitt eine Abschlussnote von 2,37 erreicht. An den Beruflichen Gymnasien der Berufskollegs lag die Durchschnittsnote im vergangenen Jahr bei 2,46 und damit etwas über dem diesjährigen Wert von 2,43.
Deutliche Unterschiede zum Vorjahr zeigen sich auch beim Anteil der Abiturienten mit der Bestnote 1,0. An Gymnasien und Gesamtschulen erreichten 2026 insgesamt 1,2 Prozent der Absolventinnen und Absolventen diese Note. Im Jahr zuvor waren es 3,38 Prozent gewesen.
Anders stellt sich die Entwicklung an den Beruflichen Gymnasien der Berufskollegs dar: Dort schlossen in diesem Jahr 1,93 Prozent der Abiturientinnen und Abiturienten mit der Bestnote 1,0 ab. 2025 hatte der Anteil bei 1,52 Prozent der Prüflinge gelegen.
2027 wieder deutlich mehr Abiturienten erwartet
Der ungewöhnlich kleine Abiturjahrgang bleibt eine Folge des einmaligen Übergangsjahres. Bereits im Schuljahr 2026/27 soll die Zahl der Abiturienten wieder auf das Niveau der Vorjahre zurückkehren.
Dann macht sich die Rückkehr zu G9 auch bei den Abschlussprüfungen bemerkbar: 2027 wird der erste G9-Jahrgang sein Abitur ablegen. Das NRW-Schulministerium rechnet deshalb damit, dass die Zahl der Abiturienten über alle Schulformen hinweg auf schätzungsweise rund 70.500 steigt.
Die für 2026 veröffentlichten Durchschnittsnoten beruhen auf den statistisch aufbereiteten Rückmeldungen der Schulen. Einen umfassenden Ergebnisbericht zu den Zentralen Abiturprüfungen will das Ministerium im vierten Quartal veröffentlichen. Die Abiturergebnisse vergangener Jahre werden zudem getrennt für Gymnasien und Gesamtschulen sowie für die Beruflichen Gymnasien ausgewiesen.
Damit ist das Abiturjahr 2026 vor allem statistisch eine Ausnahme: Während der Systemwechsel von G8 zu G9 an den meisten Gymnasien einmalig für leere Prüfungsräume sorgte, steht Nordrhein-Westfalen bereits 2027 wieder ein deutlich größerer Abiturjahrgang bevor.






