
Lemgo. London ist für Annelie Fasse weit mehr als eine Metropole. Die britische Hauptstadt mit ihren besonderen und mystischen Orten und den zahlreichen Musicals, die dort immer wieder aufgeführt werden, fasziniert die Leiterin der Ballettschule Lemgo seit Langem. Diese Begeisterung wurde nun zur Grundlage einer großen tänzerischen Reise: Unter dem Motto „Wo Träume tanzen lernen“ verwandelte sich das Marianne-Weber-Gymnasium an drei Tagen in ein farbenprächtiges „Lovely London“.
Alle zwei Jahre präsentiert Annelie Fasse mit ihrer Ballettschule eine große Gala. Nach langer Vorbereitung entstand auch dieses Mal eine aufwendig inszenierte, farbenfrohe und ausgesprochen magische Aufführung. Von den jüngsten Ballettschülern bis hin zu den Erwachsenen waren alle Altersgruppen in die Produktion eingebunden.
Fast 200 Mitwirkende brachten Fasses Geschichte auf die Bühne und nahmen das an den drei Tagen nahezu immer ausverkaufte Haus mit auf eine Reise durch London und seine Geschichten.
Bevor sich der Vorhang für das eigentliche Geschehen hob, standen die Begrüßung, das große Gruppenbild aller fast 200 Beteiligten sowie Ehrungen langjähriger Mitglieder und Danksagungen auf dem Programm. Dann begann die Reise mit einem großen Bühnenbild und den Farben des „Union Jack“, tänzerisch verkörpert von den Spitzentanz-Beginnern.
Barney begegnet dem Zauber Londons
Im Mittelpunkt der Geschichte steht Barney, gespielt von Emily Warkentin, ein Mann mit vielen Talenten, heute Straßenkünstler, morgen vielleicht Schornsteinfeger, der mit offenen Augen den Zauber Londons genießt.
Im Park begegnet er Eliza (Zoe Hiller) und Audrey (Lara Finger), die mit ihrer Nanny (Adelena Kepler) unterwegs sind und auf Vögelchen sowie die geheimnisvolle Vogelfrau (Denise Kiwus) treffen. Blumen und Bienen des „Kinderballetts eins“ sowie die Eichhörnchen Berit Grote und Marleen Preiß beleben die Szenerie.
Als Eliza und Audrey ihre Nanny ärgern und ihr davonlaufen, kündigt diese verärgert beim Vater, der die Mädchen nach ihrer Rückkehr auf ihr Zimmer schickt. Dort wartet bereits Maryann Blueball (Laura Sorra), ein Kindermädchen mit einem Hauch von Magie. Sie bringt Ordnung ins Spielzeugchaos und nimmt die beiden mit auf eine magische Reise.
Dabei finden Teddybären der „Tänzerischen Früherziehung eins“, darunter der bekannte Londoner Bär, Puppen aus „Spitzentanz Basis“ und Bücher des „Kinderballetts zwei“ ihren Platz. So verwandelt sich das Kinderzimmer in den Ausgangspunkt einer fantastischen Reise durch London.
Von der Teeparty bis in dunkle Gassen
Eliza und Audrey besuchen eine verzauberte Teeparty des „Balletts drei“, begegnen Londoner Passanten aus den Gruppen „Steppen“, „Musical Jazz“ und „Fortgeschrittene zwei“ und erleben die Magie der Bücher. In dunklen Gassen treffen sie auf zwiespältige Gestalten wie Dr. Jekyll und Mr. Hyde. Als es gefährlich wird, fliegen sie gemeinsam mit Maryann Bluebell an ihren Schirmen davon.
Die Reise führt vorbei an fußballspielenden Kindern aus „Hip-Hop eins“ in den Kensington Gardens, wo Peter Pan und seine Fee Tinkerbell bereits warten. Eine weitere Zauberwelt gestalten Paula Hilkemeier, Mareile Schmidtke, Charlotte Stein und die Mittelstufe. Dort begegnet das Publikum dem dunklen Lord (Cassandra Preiß) und seinen Dienern Anne Gehle, Louisa Koring, Romina Ohrimenko und Eva Warkentin.
Straßenkatzen, Hip-Hop und die Schläge des Big Ben
Auf Londons Straßen begegnet die Reisegesellschaft Straßenkatzen aus „Fortgeschrittene zwei“ und Hip-Hop-Tänzern, die die Tiere verscheuchen. Eliza lässt sich mitreißen und tanzt beim Streetdance begeistert mit. Maryann Bluebell führt die Reisenden mit jedem vollen Stundenschlag des Big Ben durch eine magische rote Telefonzelle an neue Orte und schließlich zurück in den Park.
Unterwegs treffen sie die Hexen vom Westend aus „Musical Jazz“, erleben „Giselle“ mit Cecillia Richardt und „Ballett zwei“ im Covent Garden und begegnen Barneys Freunden, den Schornsteinfegern aus „Steppen“. Mit den Parkbesuchern wird unbeschwert getanzt, bevor ein Michael-Jackson-Medley von „Hip-Hop zwei“ die Reise ergänzt.
Am Ende kehrt der Vater zurück und versöhnt sich mit seinen Töchtern. Alle verlassen den Park, ohne sich von Maryann Bluebell zu verabschieden. Nur Barney erkennt ihre besondere Bedeutung und nimmt Abschied von ihr.
Das Team hinter der Inszenierung
Hinter der großen Inszenierung steckte eine umfangreiche Gemeinschaftsleistung. Organisation und Idee lagen bei Annelie Fasse, unterstützt wurde sie von ihrer Assistentin Denise Kiwus. Kirsteen Mair und Vanessa Struck waren für die Choreographie-Einstudierung verantwortlich. Manuel Kohler betreute Licht und Ton.
Auch die farbenprächtigen Kostüme spielten für die Wirkung von „Lovely London“ eine wichtige Rolle. Sie stammten aus dem Fundus der Ballettschule Lemgo sowie von den vielen „Ballettschul-Bastelfeen“ und der Nähcrew der Ballettschule. Die Kostüme für „Cats“ stellte die Junge Musicalbühne Rietberg e. V. leihweise zur Verfügung.
Der für die Aufführungen benötigte besondere Tanzboden wurde erneut von „Residance“ und der Peter-Gläsel-Stiftung bereitgestellt. Den Kartenvorverkauf übernahm, wie bereits seit vielen Jahren, Hausmann Optik.
Nach der großen tänzerischen Reise gab es zum Abschluss reichlich Blumen für die Leistungen der Beteiligten. Auch Annelie Fasse selbst wurde überrascht: Ihr Team schenkte ihr eine Ballerina-Silhouette aus Cortenstahl.






