Die Erntezeit auf lippischen Streuobstwiesen für dieses Jahr ist abgeschlossen. Fotos: Kreis Lippe

Kreis Lippe. Eine Streuobstwiese ist eine traditionelle und besonders umweltschonende Kulturlandschaft. Der Name ist Programm: Verschiedene Obstbäume wie Äpfel, Birnen, Kirschen oder Pflaumen stehen dort weiträumig „gestreut“ nebeneinander.


Auf den kreiseigenen Streuobstwiesen haben die Teilnehmer des Freien Ökologischen Jahres bei der Unteren Naturschutzbehörde (UNB) nun zusammen mit der Euwatec gGmbH die regionale Obsternte für dieses Jahr eingeholt. In Kooperation mit der Lebenshilfe Detmold wird aus dem geernteten Obst Saft gepresst.

 

„Die Aktion findet bei uns jährlich statt. Es ist ein gelungenes Beispiel für gelebten Naturschutz und regionale Zusammenarbeit. Zudem lernen die Teilnehmer, wie traditioneller Obstanbau und -ernte funktionieren“, erklärt Daniel Telaar, Leiter der UNB beim Kreis Lippe.

Anders als im industriellen Anbau ist die Ernte auf der Streuobstwiese echte Handarbeit: Mit Rüttlern und per Hand wurden die Äpfel und Birnen schonend von den Obstbäumen geholt, Eimer für Eimer. Insgesamt sind rund 2,3 Tonnen Obst zusammengekommen.

Weitere Vorteile von Streuobstwiesen

Neben leckerem Obst bieten Streuobstwiesen aber noch einen unschätzbaren ökologischen Mehrwert: Sie sind echte Hotspots der biologischen Artenvielfalt. Zahlreiche Vogel- und Insektenarten finden dort geschützte Nist- und Nahrungsräume. So bieten Spechthöhlen und Totholz Lebensraum für seltene Arten wie Steinkauz, Wendehals oder Siebenschläfer.

Unter den Bäumen sorgen Wildkräuter und Obstblüten für ein reichhaltiges Buffet für Wildbienen, Schmetterlinge und viele weitere Nützlinge. Gleichzeitig lässt sich die Fläche optimal doppelt nutzen: Der Kreis beweidet sie beispielsweise mit Schafen, Ziegen oder Rindern. Der Kreis besitzt und verwaltet aktuell 16 Streuobstwiesen.