Bielefeld/Gütersloh/Kirchlengern. Nach einer Serie von Erpressungen und Schussabgaben auf Geschäfte in Ostwestfalen hat die Polizei einen Ermittlungserfolg erzielt. Ein 19-Jähriger aus Steinhagen sitzt inzwischen in Untersuchungshaft. Die Ermittler gehen davon aus, dass er an mehreren Taten der sogenannten „Gen-Z-Mafia“ beteiligt gewesen sein könnte.
Den Ausgangspunkt der Ermittlungen bildete ein Vorfall am 30. September. Damals bedrohten unbekannte Täter erstmals einen Juwelier in Bielefeld. Der Geschäftsinhaber erhielt eine hohe Geldforderung, auf die Schüsse auf sein Geschäft folgten.
In den darauffolgenden Wochen kam es zu weiteren Taten, die sich zumeist gegen türkische Geschäftsleute richteten. Betroffen waren überwiegend Objekte im Bielefelder Stadtgebiet. Später wurden auch Gebäude in Gütersloh und Kirchlengern Ziel der Angriffe.
Bereits nach der ersten Tat richtete die Polizei Bielefeld eine spezielle Ermittlungskommission ein. Diese befasste sich ausschließlich mit dem bundesweit bekannten Kriminalitätsphänomen und den Vorfällen in Ostwestfalen. Nachdem weitere Taten registriert worden waren, wurde das Ermittlerteam durch zusätzliche Kriminalisten verstärkt.
Parallel dazu erhöhte die Polizei ihre Präsenz im Stadtgebiet. Neben dem Streifendienst kamen auch Kräfte der Einsatzhundertschaft zum Einsatz, um das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung zu stärken und weitere Straftaten zu verhindern.
„Der große Personaleinsatz und die akribische Ermittlungsarbeit haben sich ausgezahlt“, erklärte der stellvertretende Behördenleiter der Polizei Bielefeld, Wolfgang Niewald. Man könne nun mitteilen, dass ein 19-jähriger Mann in den Fokus der Ermittlungen geraten sei und am frühen Donnerstagmorgen bei einem SEK-Einsatz in seiner Wohnung in Steinhagen festgenommen wurde.
Der Tatverdächtige besitzt die deutsche und die syrische Staatsangehörigkeit. Gegen ihn besteht der Verdacht, an mehreren Fällen der Serie beteiligt gewesen zu sein. Bereits vor der Festnahme hatte die Staatsanwaltschaft Bielefeld einen Haftbefehl erwirkt. Dieser wurde am Donnerstag, 22. Oktober, durch das Amtsgericht Bielefeld verkündet.
Der 19-Jährige befindet sich inzwischen in Untersuchungshaft. Ihm werden schwere räuberische Erpressung, Sachbeschädigung sowie Verstöße gegen das Waffengesetz vorgeworfen.
Im Zuge der Durchsuchung seiner Wohnung stellten die Ermittler mehrere Beweismittel sicher. Diese werden derzeit ausgewertet. Die Polizei prüft weiterhin mögliche Hintergründe der Taten und ermittelt zudem zu weiteren denkbaren Beteiligten oder Komplizen. Die Ermittlungen dauern an.






