
Detmold. Ein Brunnen mit angeblichen Wunderkräften, die Furcht vor Unglück durch einen zerbrochenen Spiegel oder die Verfolgung vermeintlicher Hexen: Was heute oft wie Stoff aus Sagen und Märchen erscheint, prägte über Jahrhunderte den Alltag vieler Menschen. Mit diesen Facetten der lippischen Geschichte beschäftigt sich eine besondere Führung im Lippischen Landesmuseum Detmold.
Unter dem Titel „Hexenwahn und Aberglaube“ begeben sich die Teilnehmer auf die Spuren von Glaubensvorstellungen, Ängsten und Legenden, die das Leben im Mittelalter maßgeblich beeinflussten. Die Führung beleuchtet eine Zeit, in der die Angst vor Teufel und Hölle allgegenwärtig war und religiöse Vorstellungen das Denken der Menschen bestimmten.
Heilige galten als Hoffnungsträger, Reliquien als Quelle göttlichen Beistands und Ablassbriefe als vermeintlicher Weg zu einem besseren Schicksal im Jenseits. Dabei zeigt sich auch, dass mit den Ängsten der Menschen schon damals Geschäfte gemacht wurden.
Anhand regionaler Beispiele wird deutlich, wie eng Glauben und Aberglaube miteinander verwoben waren. So entwickelte sich ein Brunnen in Blomberg zu einem Pilgerziel, dem wundersame Kräfte zugeschrieben wurden. Zugleich erinnert die Geschichte von Alheyd Pustekoke an eines der dunkelsten Kapitel der Vergangenheit. Die als „Hexe“ verdächtigte Frau fiel der Hexenverfolgung zum Opfer und endete auf dem Scheiterhaufen.
Während des Rundgangs gehen die Besucher zudem Fragen nach, die bis heute in vielen Köpfen präsent sind: Warum gilt ein zerbrochener Spiegel als Unglücksbringer? Weshalb wird die Zahl 13 seit Jahrhunderten mit Unheil in Verbindung gebracht? Und wie konnte aus einem gewöhnlichen Brunnen ein Ort werden, dem wundertätige Kräfte nachgesagt wurden?
Mit historischen Hintergründen, überraschenden Geschichten und einer Portion Humor eröffnet die Führung neue Perspektiven auf eine Epoche, in der die Grenzen zwischen Glauben, Aberglauben und wirtschaftlichen Interessen oftmals fließend waren.
Die Führung findet am Sonntag, 1. November, um 15 Uhr statt. Die Teilnahme kostet 3 Euro zuzüglich Museumseintritt. Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, empfiehlt das Museum eine vorherige Anmeldung. Diese ist telefonisch unter 05231/9925 0, per E-Mail oder über die Internetseite des Lippischen Landesmuseums möglich.



