Doch schwerer verletzt: Jonas Vingegaard bangt um Tour-Start

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Radstar Jonas Vingegaard bangt nach einem schweren Sturz um den Tour-Start. Foto: Foveon producciones/Wikimedia

Nach seinem fatalen Sturz auf der gestrigen Etappe der Baskenland-Rundfahrt ist Rad-Superstar Jonas Vingegaard doch schwerer verletzt als zunächst angenommen.

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Wie sein Team Visma – Lease a bike am Freitag, 5. April, mitteilte, erlitt der zweimalige Tour-de-France-Sieger zusätzlich zu einem gebrochenen Schlüsselbein sowie mehreren gebrochenen Rippen auch eine Lungenquetschung sowie einen Pneumothorax. Dabei kann sich die Lunge nur noch eingeschränkt ausdehnen. Das ergaben weitere Untersuchungen im Krankenhaus, berichtet unter anderem die Sportschau.

Massensturz auf der Abfahrt

Visma – Lease a bike teilte weiter mit, dass der Däne eine ruhige Nacht hinter sich habe und bis auf Weiteres unter ärztlicher Aufsicht bleibe. Der 27-Jährige war am Donnerstag auf der vierten Etappe wie die weiteren Tour-Mitfavoriten Primož Roglič, vom deutschen Team Bora-hansgrohe, und Remco Evenepoel (Soudal Quick-Step) sowie fünf weitere Fahrer schwer gestürzt.

Rund 35 Kilometer vor dem Ziel waren sie in einer Rechtskurve von der Fahrbahn abgekommen, Vingegaard rauschte dabei mit hoher Geschwindigkeit in einen Betongraben.

Auf Fernsehbildern ist zu erkennen, wie Vingegaard minutenlang in stabiler Seitenlage von Betreuern erstversorgt wurde. Sein Rücken war blutüberströmt, sodass er mit einer Trage abtransportiert und in eine Klinik gefahren werden musste. Das Rennen wurde nach dem Massensturz lange unterbrochen.

Primož Roglič jubelt nach der zweiten Etappe der Baskenland-Rundfahrt im Trikot des Gesamtführenden. Foto: Hugo LUC/Wikimedia

Evenepoel und Roglič erwischt es ebenfalls schwer

Wenige Meter weiter hielt sich Evenepoel das Schlüsselbein, während Roglič mit schmerzverzerrtem Gesicht über den Asphalt humpelte. Alle drei Radstars, die ab dem 29. Juni um den Gesamtsieg bei der bedeutendsten Rundfahrt kämpfen wollen, mussten das Rennen aufgeben.

Zeitfahr-Weltmeister Evenepoel hatte den Graben zunächst zwar noch umkurvt, war dann aber auf dem Rasen zu Fall gekommen und musste ebenfalls zu Untersuchungen ins Krankenhaus. Die Diagnose: Der Belgier erlitt Brüche des rechten Schlüsselbeins und des rechten Schulterblatts.

Remco Evenepoel nach seinem Sieg bei der Junioren-Weltmeisterschaft im Jahre 2018. Foto: Granada/Wikimedia

Etwas glimpflicher kam der dreimalige Vuelta- und letztjährige Giro-Sieger Roglič, der im Gelben Trikot des Gesamtführenden der Baskenland-Rundfahrt unterwegs war, davon. Der Slowene war erst am Mittwoch in einen Sturz verwickelt gewesen. Am späten Abend teilte sein Team mit, dass er keine Brüche erlitten habe.

Die Baskenland-Rundfahrt nutzen viele Fahrer als Vorbereitung auf die großen Rundfahrten im Sommer. Von den besten Rundfahrern der Welt war lediglich der zweimalige Tour-Sieger Tadej Pogačar aus Slowenien nicht am Start.

Auch van Aert und Kämna fallen lange aus

Der katastrophale Massensturz im Baskenland war der bisherige negative Höhepunkt eines durch zahlreiche schwere Stürze namhafter Radprofis geprägten Frühjahres.

Lennard Kämna während des Giros 2023. Foto: filip bossuyt/Wikimedia

Erst am Mittwoch, 3. April, war der deutsche Radprofi Lennard Kämna (Bora-hansgrohe) bei einer Trainingsfahrt auf Teneriffa von einem Auto erfasst und schwer verletzt worden. Zurzeit liegt er dort noch auf der Intensivstation, ist aber ansprechbar und außer Lebensgefahr. Eigentlich sollte er beim am 4. Mai beginnenden Giro mit um die Gesamtwertung fahren. Für die diesjährige Tour de France war er zudem als Edelhelfer von Roglič vorgesehen.

Zuvor hatte sich bereits der belgische Radstar Wout van Aert bei einem Sturz während des Halbklassikers Quer durch Flandern Ende März böse verletzt. Der Belgier erlitt dabei mehrere Rippenbrüche und einen Schlüsselbeinbruch und fällt ebenfalls wochenlang aus.