Verschiedene Angebote der Lippischen Landeskirche: Hörbehindertenarbeit stellt sich vor

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Einfach mal ausprobieren: Das deutsche Fingeralphabet. Foto: Lippische Landeskirche

Detmold. Die Hörbehindertenarbeit der Lippischen Landeskirche hat sich mit vielen weiteren Akteuren am Familiensamstag und zum Auftakt der Aktionswoche zum Europäischen Protesttag für Menschen mit Behinderung auf dem Kaiser-Wilhelm-Platz vorgestellt. Bei bestem Wetter bot die Lippische Landeskirche einen Einführungskurs in Gebärdensprache mit Dozentin Sibel Bostanci-Winter und Gebärdendolmetscherin Andrea Schäfer an. Es gab auch einen Gebärdenstammtisch.

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Gebärdensprache ist die Kommunikationsform der Gehörlosen. Als gehörlos werden Personen bezeichnet, die taub geboren wurden oder ihr Gehör schon als Kleinkind verloren haben. Sie können nicht auf natürlichem Wege sprechen lernen. Für Außenstehende klingt ihre Sprechweise oft fremd und ist schwer zu verstehen. Untereinander verständigen sich Gehörlose in der Regel im visuellen Sprachsystem der Deutschen Gebärdensprache (DGS).

Ein Schwerpunkt des Aktionstages war das Thema „Hörbeeinträchtigung“ gemeinsam mit der EUTB (Ergänzende Unabhängige Teilhabe-Beratung), erläuterte Bernd Joachim, Hörbehindertenberater der Landeskirche. In der EUTB arbeiten Menschen mit Behinderung und Angehörige von Menschen mit Behinderungen als Peer-Berater. Sie beraten als selbst Betroffene andere Menschen mit Behinderungen und deren Angehörige.

Gebärdensprache besteht aus Handzeichen, Körperhaltung und Mimik. Sie besitzt ein umfangreiches Vokabular und eine eigenständige Grammatik. Die Deutsche Gebärdensprache (DGS) ist seit 2022 als vollwertige Sprache in Deutschland anerkannt. Menschen mit Hörbehinderungen benutzen neben der Gebärdensprache zum Buchstabieren auch das Fingeralphabet, das für eine längere Unterhaltung allerdings nicht geeignet ist.

Die Lippische Landeskirche informierte über ihre Angebote: zum Beispiel gibt es ein Selbstbehauptungs- und Selbstverteidigungsseminar für gehörlose und schwerhörige Frauen. Praktische Übungen stärken das Selbstbewusstsein und helfen Grenzen zu setzen. Das nächste Seminar ist am 9. und 10. November im Landeskirchenamt in Detmold. Das Landeskirchenamt bietet auch regelmäßig Gebärdensprachkurse an. Hier ist der nächste Kurs vom 23. bis zum 27. September. Ein Gebärdenstammtisch für Gehörlose und Hörende, die einen Sprachkurs besucht haben, findet jeden zweiten und vierten Dienstag des Monats von 17 bis 18.30 Uhr im Café Cup in Detmold statt. Weitere Infos und Anmeldung unter: bernd.joachim@lippische-landeskirche.de.