Bad Salzufler Bürger bleiben skeptisch: Neues Logo weiter in der Kritik

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Viele Worte und Erklärungen von Bürgermeister Dirk Tolkemitt über den Sinn des neuen Logos zum neuen Markenauftritt der Stadt überzeugt die Mehrzahl der Anwesenden in der Bürgerversammlung nicht. Foto: Reiner Toppmöller

Bad Salzuflen. Die Vorstellung des überarbeiteten Logos der Stadt vor einigen Wochen hat nicht nur im Netz für große Aufregung gesorgt.

 „Es ist nicht nur die Überarbeitung des Logos, sondern es geht insgesamt um einen neuen, modernen Markenauftritt der Stadt“. Diesen Satz wiederholte nicht nur Bürgermeister Dirk Tolkemitt, sondern auch die beiden Mitarbeiter des Fachdienstes Tourismus und Marketing, Alexander Bleifuß und Doris Halgmann-Bole, auf der abendlichen Bürgerversammlung in der Konzerthalle mehrmals.

Aber, auch nach gut eineinhalb Stunden konnten sie die Mehrzahl der gut 200 Besucher nicht überzeugen. Draußen vor der Halle ging die Diskussion über Kosten und Sinn der Änderung des grafischen Auftritts der Stadt weiter. Die Szenerie erinnerte stark an die Diskussion um das neue Logo des Kreises vor Jahren, die über Wochen mit dem Slogan „Axel, gibt uns unsere Lippische Rose wieder“ geführt wurde.

Dabei gaben sich der Bürgermeister und die beiden Fachdienstmitarbeiter alle Mühe, die Änderung des Auftritts im Zusammenhang mit der Strukturänderung von Staatsbad und Stadt, sowie die Anpassung an ein modernes Design zu erklären.

Dirk Tolkemitt startete mit der Aussage: „Die Vision, wohin wir wollen“. Staatsbad und Stadt haben in den vergangenen Jahren oft gegeneinander gearbeitet, das wollen wir ändern. Deshalb gibt es jetzt das ‚Gesundwerk’, das sich um alle Gesundheitsleistungen kümmert. Unter der neuen Marke ‚Bad Salzuflen, Staatsbad seit 1918’ wollen wir zukünftig alles zusammenfassen, was Wirtschaft und Tourismus angeht“, sagte der Bürgermeister.

Ziel sei es, zukünftig wieder eine Million Übernachtungen in der Kurstadt zu verzeichnen. Alexander Bleifuß zeigte auf, dass es allein 18 Millionen Euro Gesamtumsatz durch den Tourismus in der Stadt gäbe. Auch sei der Kurort seit Anfang des Jahres Kneipheilort, was es weiter zu bewerben lohne.

„Allein 3.760 Personen generieren ihr Einkommen durch den Tourismus in der Stadt. Alles sind ortsgebundene Arbeitsplätze“, sagte er. Doris Halgmann-Bole ging dann auf das neue Logo ein. Sie hoffte, dass die Präsentation überzeuge, beschrieb das alte, nach ihrer Meinung unruhige Logo und hob die Vorteile des überarbeiteten Logos in Zusammenhang mit dem neuen Claim „Hier fühl ich mich wohl“ hervor.

Aber, wie die anschließende Diskussion ergab, trifft dort wohl die alte Werber-Weisheit zu: „Was man groß und umfangreich erklären muss, is nichts.“ Da halfen auch die abschließenden Worte des Bürgermeisters nichts, der noch einmal anhand von anderen großen Bädern und deren Anhäufung von Logos in ihrer Werbung berichtete. Für die Mehrzahl der anwesenden Bürger ist die Neuerung nur eine fast nicht sichtbare Änderung eines Logos für zu viel Geld.

Dirk Tolkemitt versuchte noch einmal klarzumachen, dass bei einem Umsatz von 200 Millionen Euro 50.000 Euro für die Entwicklung des Logos des neuen Markenauftritts eher gering einzuschätzen sei, und durch den erzielenden Mehrwert in der Werbung auch Ortsteile wie Wüsten oder Knetterheide profitierten. Doch auch diese Worte überzeugten nicht.

Letztlich erreichte zumindest Dr. Stefan Wiesekopsieker, Vorsitzender des Heimatvereins, noch, dass die Jahreszahl im Claim, von 1918 auf 1818 geändert werden soll. Er sagte dazu, dass dies eine völlig aus der Luft gegriffene und in keiner Weise nachvollziehbare Jahreszahl sei. Da das Bad als Solebad schon viel älter sei.