„Leo Gala“ in Detmold: Tommi Schmitt überrascht Schüler

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Der bekannte Podcaster, Autor und Moderator Tommi Schmitt stattet seiner alten Schule einen Besuch ab. Foto: Alina Knoerich

Detmold. „Es ist toll, dass bei der ‚Leo Gala‘ herausragende Leistungen geehrt werden, aber auch, dass die Schüler sich und ihre Talente präsentieren können“, sagte Tommi Schmitt, Stargast der diesjährigen Leo Gala und ehemaliger Schüler des Leopoldinums, im Gespräch mit der LIPPISCHEN WOCHENZEITUNG erfreut.

„Ich bin extrem beeindruckt – ich hatte viel erwartet, aber nicht so viel“, gibt er zu. „Was die Schüler hier auf die Beine gestellt haben und wie engagiert sie in so vielen Bereichen sind, ist echt klasse“, ergänzt er.

Am 27. Juni sahen Schmitt sowie die circa 500 Besucher in der Neuen Aula eine energiegeladene Eröffnung der Show durch die „Dancing Divas“ des Tanzstudios Detmold, bevor die Moderatoren des Abends, Leara Piening und William Kellner, das Publikum zur „ganz persönlichen Oscarverleihung“ des Leopoldinums begrüßten.

Schulleiterin Andrea Nolte richtete ebenfalls einleitende Worte an die Gäste und freute sich, dass auch in diesem Jahr im Rahmen der Leo Gala besondere Leistungen gewürdigt werden. Zudem ergänzte sie: „Die heutigen Auszeichnungen sind jedoch nicht das einzige Maß für Leistung, heute feiern wir den Fortschritt aller Schüler.“

Der erste gläserne Löwe des Abends wurde in der Kategorie „Junior-Leo“ an den Religionskurs der Klasse 6a vergeben, der unter anderem den ersten Platz beim Wettbewerb „Eine Welt – ein Klima – eine Zukunft“ belegt, Insektenhotels für den Schulgarten gebaut sowie sich für Obdachlose und Senioren engagiert hatte. Die Laudatorin und SV-Schülerin Amelie gratulierte jedoch allen Nominierten und wies auf die Möglichkeit aller hin, sich bereits im jungen Alter zu engagieren.

Auf eine Performance des Neigungskurses Tanzen folgte die Vergabe des „Nachhaltigkeits-Leos“. Theresa Diekmann und Lilli Trier (9c) durften sich über die Auszeichnung für ihren Nachhaltigkeits-Podcast am Leo freuen. Zudem wurde der Neigungskurs Akrobatik im Bereich Sport sowie Farell von Kaiser (10c) im Bereich Naturwissenschaften ausgezeichnet.

Die zweite Hälfte des Abends eröffnete die Tanzgruppe „Beauty Queens“, bevor die Leo-Media-Production den Leo für das soziale Engagement in der Gruppe überreicht bekam. „Demokratie ist die einzige Regierungsform, die man lernen muss – das ist anstrengend, lohnt sich aber“, erklärte Lehrer Dirk Pöppmann in seiner Laudatio für die Kategorie „Gesellschaftswissenschaften“.

Den Leo übergab er schließlich an das Projekt „Hass und Hetze“ der Klasse 8c, die sich durch ein Theaterstück von Bettina Frank mit dem Leben von Fritz Herzberg als jüdischer Schüler am Leo während des Nationalsozialismus auseinandergesetzt und dabei viel über Normen und Werte sowie deren Brüchigkeit gelernt haben.

Mit den Worten: „Generationen von Schülern sind ihm dankbar“, wurde Karsten Lämmchen daraufhin unter tosendem Applaus mit dem „Lehrer-Leo“ – unter anderem für sein jahrelanges, besonderes Engagement für die Literaturkurse der Q1 – ausgezeichnet.

Schülersprecher Cedric Piontec überreichte zudem zwei „Sonder-Leos“ an die ehemaligen Schüler Moritz und Mattis, die auch in diesem Jahr viel Zeit investiert hatten, um unter anderem mit der Technik für die „Leo Gala“ zu helfen. Aber auch das Publikum hatte die Möglichkeit, über einen „Leo-Löwen“ zu entscheiden: Mittels eines QR-Codes durften sie den Sieger der Kategorie „Bester Showact“ wählen und kürten Pianist Weilun Zhu zum Gewinner.

Aber auch die weiteren Showacts wie der Neigungskurs Akrobatik, die Sängerin Mira Weber, mit ihrem Vater als Begleitung am Klavier, die Schülerband „Ramston“ sowie die Contemporary-Tänzerinnen Evgenia und Ellen, sorgten für ein vielfältiges Rahmenprogramm.

Tommi Schmitt schwelgt in Erinnerungen

Neben den Übergaben der „Leo-Löwen“ sowie den beeindruckenden Showacts, stand ein ganz besonderes Highlight auf dem Programm: Autor, Podcaster und Moderator Tommi Schmitt war zu Besuch an seiner alten Schule und erzählte unter anderem von seinem beruflichen Werdegang. Dieser habe ihn nach einem Studium und einem Volontariat nach Köln geführt, wo er seinen jetzigen „Gemischtes Hack“-Podcast-Partner Felix Lobrecht kennenlernte.

Zudem habe er Witze in den sozialen Medien veröffentlicht, woraufhin TV-Sender-Chefs auf ihn aufmerksam geworden seien. „Es war krass, wie schnell man jemanden wie Klaas gegenüber sitzt“, berichtete der ehemalige Leopoldiner. Vor allem schwelgte Schmitt aber gemeinsam mit seiner damaligen Englischlehrerin Christiane Ehrhardt in Erinnerungen an seine Zeit am Leopoldinum. „Ich selbst war, glaube ich, gar nicht so schlimm, im Kollektiv waren wir aber nicht so ohne“, erklärte Schmitt.

Ehrhardt stimmte ihrem ehemaligen Schüler zu und erinnerte sich an einen Autokorso, den die Stufe zur Mottowoche veranstaltet habe. Der Podcaster resümierte: „Es war eine schöne Zeit. Ich war zwar nicht so gut, aber ich war gerne hier.“ Er wendete sich an die Schüler im Publikum: „Ich glaube, ihr werdet das selbst noch vermissen – sowohl Detmold als auch diese schöne, alte Schule.“ Für ihn sei es ein besonderes Gefühl, nach all den Jahren wieder am Leo zu sein.

„Ich war zuletzt 2008 in dieser Aula – Wahnsinn, ich bin so alt“, sagte er lachend. „Allzu viel hat sich gar nicht verändert“, stellte Schmitt fest, „außer die vielen Möglichkeiten – wir haben damals noch Trinkflaschen als Tore aufgestellt.“ In der Pause erzählte der 35-jährige der LWZ, dass er in den vergangenen Jahren ab und zu melancholisch über den Schulhof gegangen sei, es jedoch bewegend für ihn sei, nun erneut die Gebäude von innen zu sehen und vor allem mitzuerleben, was die Schüler heutzutage eigenständig auf die Beine stellten.