
Bad Salzuflen. Das Land Nordrhein-Westfalen hat vor 40 Jahren ein Sonderförderprogramm zur Erhaltung und Erneuerung von historischen Stadtkernen eingerichtet. Der Grund war, den Erhalt gewachsener Stadtkerne einen besonderen Stellenwert zu geben.
Die Städte verpflichteten sich dazu, bei ihren Planungen besondere Rücksicht auf das baukulturelle Erbe zu nehmen. In der im Jahr 1987 gegründeten „Arbeitsgemeinschaft Historische Stadtkerne in NRW“ haben sich bis heute 60 historische Stadt- und Ortskerne für einen kontinuierlichen Erfahrungsaustausch zusammengeschlossen.
Aufgeteilt ist die geschaffene Arbeitsgemeinschaft in sechs Regionalgruppen, wobei die ostwestfälisch-lippische Zusammensetzung, bestehend aus zwölf Regionalgruppenmitgliedern, den größten Verbund bildet. Zielsetzung ist, die zahlreichen Herausforderungen gemeinsam in turnusmäßigen Treffen zu lösen. In diesem Frühjahr fand die Sitzung in Bad Salzuflen statt.
In der Regionalgruppensitzung OWL sind neben Vertretern der Mitgliedsstädte regelmäßig auch Verantwortliche aus der Bezirksregierung Detmold, dem Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung NRW sowie dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) vertreten.
Bei einem Pressegespräch erläuterten der Vorsitzende der Regionalgruppe, Torben Blome (Bürgermeister Stadt Lügde), und seine Stellvertreterin, Julia Gogrewe (Baudezernentin aus Höxter), sowie Bürgermeister Dirk Tolkemitt und Ulrike Niebuhr (Technische Beigeordnete der Stadt) die Zielausrichtung der Städte.
Im Vordergrund, so Torben Blome, stehe nicht nur, die historischen Innenstädte attraktiv zu halten, sondern auch die Bevölkerung und das Wohnen dort zu halten. Dazu gehöre aus Sicht der Kommunen auch, private Besitzer bei Renovierungen, auch bei denkmalgeschützten Gebäuden, zu unterstützen.
Wichtig dabei sei, den Besitzern auch bei der Suche nach Fördermitteln zu helfen und auf die Abschreibungsmöglichkeiten aufmerksam zu machen, so Bürgermeister Dirk Tolkemitt, der die Kommunen als „Ermöglicher” dabei sieht. „Wir müssen nicht nur mutig sein, sondern den Menschen auch das Wohnen in Denkmälern wieder ermöglichen, sonst droht der Verfall. Transformation in den Innenstädten hat immer schon stattgefunden und wird es auch weiter geben“, so Tolkemitt.
Julia Gogrewe betonte, wie wichtig die historischen Innenstädte gerade in OWL für die vielen Besucher, den Tourismus und das Leben dort seien. Damit es so bleibt, gibt es 12,7 Millionen Euro für Denkmalpflege für die Kommunen in NRW. Das sei eigentlich viel zu wenig, aber die Kommunen profitierten auch mehr von der Städtebauförderung des Landes. „Wenn Kommunen in ihren Innenstädten investieren, dann kommen die privaten Besitzer auch bald nach“, sagte sie.
Der LWL, so Dr. Simone Meyder, stehe mit fachlicher Beratung auch für private Besitzer historischer Gebäude zur Seite.




