Der Esel als Wanderbegleitung. Foto: Mathias Lindner

Lage-Stapelage. Für viele ist es etwas Selbstverständliches, zum Leben Dazugehörendes – der Kontakt zu Tieren. Der Umgang mit ihnen kann so wohltuend wie lehrreich sein, wenn man offen und achtsam genug ist, sich auf sein Gegenüber einzulassen.


Doch nicht jeder lebt in einer Situation, die eine solche Lebensgemeinschaft erlaubt. Gerade in Alten- und Pflegeheimen, aber auch in vielen Mietwohnungen gibt es oftmals keine Möglichkeit zur Tierhaltung. Wer trotzdem hin und wieder den wohltuenden Kontakt zu einem Tier sucht, kann zum Beispiel beim Eselpilgern in Lage-Stapelage dabei sein.

Das Tierprojekt „Animal“ der Stiftung Eben-Ezer wurde schon vor vielen Jahren ins Leben gerufen. Seitdem gibt es tiergestützte Pädagogik für Kinder und Kindertagesstätten oder auch pädagogisch begleitete Tierkontakte, zum Beispiel für Menschen mit Wahrnehmungs- oder Kontaktbeeinträchtigungen. In Waldesnähe beheimatet sind dort Pferde, Ponys, Ziegen, Hasen, Hühner, Katzen, Bienen und natürlich Esel.

Den Impuls zum Eselpilgern lieferte eigentlich die ortsansässige Kirche, die den Status der Pilgerkirche erhalten hatte, erzählt Claudia Wendt-Sölter vom „Animal“-Projekt. Das brachte das „Animal“-Team auf die Idee mit dem Pilgern. Es gibt kleinere und umfangreichere Pilgerwege, je nachdem, ob Menschen mit Beeinträchtigungen dabei sind oder nicht.

Die entschleunigenden Spaziergänge sind für jedermann und -frau genau das Richtige, um einmal ganz und gar abschalten zu können, während man sich auf den Rhythmus eines Esels einlässt: „Der Esel geht in der Regel gerne langsam und ausgeruht. Er ist ja auch kein Fluchttier, sondern von Natur aus in bergischen Gefilden zuhause, und da wäre eine kopflose Flucht viel zu gefährlich. Es kann allerdings passieren, dass man nicht die geplante Route gehen kann, da der Esel etwas anderes vorhat, denn: Der Esel hat einen starken Willen und ungern lässt er sich zu etwas drängen, was ihm widerstrebt“, erklärt Wendt-Sölter.

Diese liebevollen, intelligenten, vorsichtigen, aber auch neugierig-verspielten Tiere lieben das Wandern und in der Regel auch die respektvollen Streicheleinheiten der Spaziergänger, mit denen sie über die Haltung von Kopf und Ohren, Körper und Schwanz kommunizieren.

Gerade in der heutigen Zeit, in der viele Stunden der Digitalität gehören, die Unmengen an Informationen an uns heranträgt, in einer Zeit, in der die Bewegung ebenso wie das Naturerleben hinten ansteht und der Mensch immer kontaktärmer und einsamer wird, ist das absichtslose Zusammenkommen und -sein mit einem Tier wie dem Esel, der einen freundlichen, zugewandten Ruhepol darstellt, in Gold nicht aufzuwiegen.

An diesem Samstag, 25. April, um 15 Uhr findet in Lage-Hörste die kommende Pilgerwanderung mit Eseln statt, die circa um 18 Uhr endet – der Eintritt ist frei. Anfragen nimmt Gisela Krohn, Projektleiterin vom Tierprojekt Animal entgegen (E-Mail/Telefon: 05232/850246).