Detmold/Jerxen-Orbke. „Oh je, der Vorgarten vor dem Vereinshaus sieht furchtbar aus!“ Das dachten sich die Vereine in Jerxen-Orbke bereits seit einigen Wochen. Auf dem Kompost des Blühgartens an der Detmolder Oetternbachschule hatten sich Unmengen an Unkraut gebildet. Die Beete waren verkrautet, alles sah ziemlich schlimm aus.
Aber zum Glück konnten sich die Stauden über den Sommer gut entwickeln, dank des Einsatzes von Andre Kühl und Johann Elias, die ein Auge dafür hatten, wann die Blumen in den Trockenphasen gegossen und versorgt werden mussten. Ohne ihren Einsatz wären sie wohl vertrocknet.
Annette Heuwinkel-Otter, als Initiatorin des Blühgartens, war bei ihrem Besuch in Detmold (Anm. d. Red.: Sie lebt in München) vom Aussehen des Gartens ebenfalls etwas erschrocken. Schwarzer Nachtschatten, weißer Gänsefuß, Ackerkatzdistel, Flughafer, Blutrote Fingerhirse, Kanadisches Berufskraut und Horn-Sauerklee hatten sich ausgebreitet.
All das will man nicht unbedingt im Garten haben und vor allem nicht in den Mengen. Nun musste in einer Kraftanstrengung erst einmal das Unkraut aus den Beeten und von dem Komposthaufen entfernt werden. Nach einigen Stunden Arbeit sah der Garten zumindest wieder ansehnlich, aber noch nicht wirklich schön aus.
Eine Überraschung gab es noch zu beobachten: Erdbienen. Sie hatten eine große Höhle in den Boden gegraben. Das Flugaufkommen war immens. Kein Stillstand, Biene um Biene mit gesammelten Pollen an den Beinchen. Die Erdbienen, die das Nest gebaut haben, sterben. Nur die darauffolgende Generation überlebt. Die Bienenlarven entwickeln sich im Höhlennest, überwintern und schlüpfen dann im kommenden Frühjahr als neue, geschlechtsreife Bienen. Das Nest wird dann verlassen.
Überraschende Geschenke
Die Kinder werkelten ebenfalls im Schulgarten und erhielten Besuch, den Heuwinkel-Otter eingeladen hatte. Der BUND-Lippe erschien vor Ort und spendierte in Person von Stephan Culemann zwei Wildbienenhäuser für den Schulgarten, die den Tieren nun als Unterschlupf dienen.
„Wir hatten einen tollen Unterstützer, der die Häuschen für uns produziert hat. Leider hat er seine Tätigkeit altersbedingt aufgeben müssen. Nun fehlt uns jemand, der diese Aufgabe übernehmen könnte“, erklärte Culemann, warum er nicht noch mehr Häuser im Gepäck hatte.
Damit aber nicht genug. Auch Helmut Krüger vom Aktionsbündnis „Schützt Menschen und Tiere im Detmolder Westen e. V.“ wollte den Kindern eine Freude machen. Er hatte Vogelhäuschen dabei, die die Kinder künftig anmalen können. Das Aktionsbündnis setzt sich für das Naturschutzgebiet Oetternbach ein und ist ein Partner des Blühgartenprojekts.
Schulgarten, verwunschen soll er sein
Karin Lindemann, als Leiterin der OGS, war vollkommen begeistert: „Wir haben nicht damit gerechnet, dass wir so tolle Dinge für den Schulgarten bekommen.“ Hochbeete sollen noch entstehen und etwas verwunschen und verwegen soll der Garten aussehen.
Heuwinkel-Otter hatte hierzu die eine oder andere Idee. Sie nahm die Kinder der OGS 3 zu einem Ausflug auf den Bekemeier Hof in Orbke mit. Dort fand sich einiges, was für einen Schulgarten geeignet ist: alte Truhen, die als Hochbeete umfunktioniert werden können, Bettgestelle aus Holz zum Bauen von Bänken oder Beeten, Eimer, Gartengeräte oder Ableger von Stauden.
Darüber hinaus wurde gemeinsam mit den Kindern ein Video für die Sendung „Gartenzeit“ gedreht und an den WDR als Bewerbungsvideo verschickt. Die „Gartenzeit“ unterstützt solche Projekte und berichtet darüber.
So geht’s weiter
Auf dem Gelände des Schulhofs wurden zudem einige Probepflanzungen angelegt. Daraus sollen kleine Blühinseln, als Nahrungsquellen für Insekten und als Blickfang für Kinder und Lehrer entstehen. Die Stauden im Vorgarten sollen weiter einwachsen und es sollen weitere Stauden gepflanzt werden. Nicol Heidecker aus Horn-Bad Meinberg hat für ihr Seminarhaus „Mühle & Co“ selbst einen Staudengarten angelegt. Sie spendierte Ableger und Pflanzen.
Jedoch mussten die Aktivitäten dann plötzlich gestoppt werden: Seit dem Frühjahr 2025 ist bekannt, dass auf dem Beet direkt vor dem Vereinshaus wahrscheinlich die Drainage für das Regenabwasser defekt ist. Ortsbürgermeister Klaus Lömker kümmerte sich darum, führte Gespräche mit der Stadt Detmold, organisierte einen Besichtigungstermin und beauftragte eine Fachfirma.
Solange nicht klar ist, wie die Schadenlage aussieht, können die Beete daher nicht weiter bearbeitet und schon gar nicht bepflanzt werden. Auch unter der Rasenfläche liegen Rohre. Was eventuell aufgerissen und wo gebuddelt werden muss, weiß derzeit niemand.
Deshalb heißt es, weiterhin Geduld üben und abwarten. Wenngleich seit April dieses Jahres eine Lösung gefunden zu sein scheint: Die Firma Gustav Kehne GmbH wird in diesem Jahr die Drainagerohe erneuern. Sobald das erledigt ist, wird die Zwangspause beendet und mit Elan die Gartenumgestaltung vorangetrieben. Das dürfte vor allem auch die Kinder freuen, da die WDR-Bewerbung dann erneut angestoßen werden kann.














