Die Stichstraße an der Teutoburger-Wald-Straße ist zum Zankapfel geworden. Nach zwei Bürgerversammlungen und der Blutgrätsche des Bürgermeisters zeichnet sich eine Kompromisslösung ab. Die Stichstraße ist kein Privatweg mehr, wie zunächst behauptet wurde. Sie ist tatsächlich im Besitz der Stadt, was die Verhandlungs­po­sition der Anwohner schwächt. Außerdem ziehen nicht alle an einem  Strang. Fotos: Angelika Schapeler-Richter

Lage-Hörste. Ein Moratorium für den Ausbau der Stichstraße zur Teutoburger-Wald-Straße findet breite Zustimmung unter den Anwohnern. Nun hat sich die Verwaltung dazu durchringen können, diese Idee aufzugreifen, die vor allem von Andreas Epp (»Aufbruch C«) und Dirk Steinhage (CDU) ins Rennen gebracht und mit einem Antrag an den Bauausschuss bekräftigt worden ist.


Zum Zug gekommen ist die Variante 2 des  Beschlussvorschlages der Verwaltung für den Bauausschuss. Durch den nun geplanten fachgerechten vollständigen Ausbau des Stichweges, der aber erst 2030 erfolgen soll (!), kommt auf die Anlieger als Beitrag für die Erschließungskosten vorab nur ein Obulus von 20 Prozent zu, der nach Grundstücksgröße aufgeteilt wird. Weil der Endausbau aber erst in vier Jahren über die Bühne gehen soll, ist die endgültige Abrechnung erst in fünf Jahren zu erwarten. Dieses »Moratorium« verschafft den Anwohnern Zeit, das nötige Geld zu beschaffen. In Härtefällen soll Anwohnern mit günstigen Darlehen unter die Arme gegriffen werden.  Die prog­nostizierten Gesamtkosten teilen sich auf in zirka 336.000 Euro für den Straßenbau und etwa 550.000 Euro für den Kanalbau. Die Stadt trägt die Kosten für den neuen Schmutzwasserkanal kom­plett, da diese bereits durch zuvor gezahlte Anschlussgebühren abgedeckt sind. Mit dieser Kompromiss-Lösung kann der Bauherr sofort loslegen, der dringend benötigten Wohnraum in Hörste beschaffen will und einen Anschluss an die Stichstraße und den Schmutzwasserkanal braucht.