Das Team der Tafel Detmold um die Vorstandsvorsitzende Elisabeth Stückemann (Zweite von rechts) blickt mit großer Freude auf das runde Jubiläum und das gemeinsam Erreichte zurück. Foto: Robert Pairan

Detmold. Im Jahre 1996 nahm die Tafel in Detmold ihre Arbeit auf: Damit war sie eine der ersten Tafeln in der Bundesrepublik. Heute, 30 Jahre später, ist ihr Engagement immer noch so frisch wie damals, werden täglich Lebensmittel gerettet und damit armutsbetroffene Menschen unterstützt.


Den Weg dahin begleitet bereits seit mehr als 28 Jahren Elisabeth Stückemann, die jetzt als Vorstandsvorsitzende in einer kleinen Feierstunde die Geschichte der Tafel Detmold Revue passieren ließ. Ein langer Weg, über viele Stationen, der auch noch lange nicht zu Ende ist. Gerade wurden die Räumlichkeiten erweitert, um die Ausgabe an der Hauptstelle an der Wittekindstraße 25 zu erleichtern.

Mit fast 80 ehrenamtlichen Helfern werden jeden Tag rund 1.000 Kilo Lebensmittel von Supermärkten und Bäckereien eingesammelt und weitergegeben. Sechs Verteilstellen zwischen Horn-Bad Meinberg, Lemgo und Lage werden an sechs Tagen in der Woche versorgt und damit gut 1.000 Haushalte mit fast 4.000 Personen erreicht.

Thomas Kubbe vom Landesverband der Tafel in NRW, der als Gratulant nach Detmold gekommen war, erklärte, dass das zwei bis vier Prozent der Bevölkerung in diesem Fall der normale Durchschnitt in NRW sei. Und er zeigte, wie der Landesverband überregional sowohl Spenden als auch Fördergelder einsammeln kann und die auch wieder an die Ortsvereine weiterleitet. So fiel für die Tafeln und auch für Detmold ein erheblicher Geldbetrag vom „WDR-Weihnachtswunder“ ab. Denn neben den Lebensmittelspenden benötigen die Tafeln auch Geld: für Miete, Strom, Ausstattung, Versicherungen, Benzin und das Auto, einen Kühlwagen, der zur Hälfte von Mercedes-Benz gesponsert wird.

Detmolds Bürgermeister Frank Hilker und Stefan Fenneker, Fachbereichsleiter Soziales von der Stadt Detmold, konnten die Tätigkeit der Tafel nur loben: „Die Arbeit geht über die reinen Zahlen hinaus, sie bringt Respekt und Begegnung zu den Menschen. Dafür sei der Dank an das große Engagement des Ehrenamtes gerichtet.“

Tatsächlich wird die Arbeit der Tafel nicht weniger, sondern der Bedarf ist aktuell eher größer. Die größte Sorge des Vereins sind die Helfer: „Wir haben hier eine gute Stimmung im Team und sind teilweise sogar untereinander befreundet“, weiß Lutz Boeder vom Vorstand, aber er weiß auch, dass noch weitere Mitarbeiter gesucht und gebraucht werden, um auch in Zukunft weiter so arbeiten zu können. Auch deshalb hat die Tafel eine kleine Werbeaktion gestartet.

Während der Feierstunde lief die ehrenamtliche Arbeit allerdings im Hintergrund weiter: Ein Fahrer ging mit zwei Beifahrern auf die zweite Tour, um Lebensmittel einzusammeln und an die nächste Ausgabestelle zu bringen.


Mehr Infos zur Detmolder Tafel gibt’s auf ihrer Homepage.