Blick von der „Bandelbank“ über die Treppe auf das Hermannsdenkmal. Foto: LWL/Jakob Hofmann

Detmold. Mehrere vermummte Personen, die mutmaßlich der sogenannten „Identitären Bewegung“ zuzurechnen sind, haben sich am Sonntagvormittag, 21. Juni, gegen 11 Uhr unbefugt Zugang zum Hermannsdenkmal in Detmold verschafft. Nach Angaben der Polizei seien sie auf das Denkmal gestiegen, hätten Pyrotechnik gezündet und Banner vom Balkon des Hermanns herabgelassen.


Die Gruppe sei anschließend geflüchtet, so die Polizei weiter. Ein Mann sei jedoch vor Ort verblieben und oberhalb des Balkons weiter auf das Denkmal geklettert. Dabei habe er sich mit Seilen gesichert und sich über mehrere Stunden in luftiger Höhe aufgehalten. Gegenüber den eingesetzten Polizeikräften habe sich der Mann unkooperativ gezeigt. Für Unbeteiligte habe laut Polizei zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr bestanden.

Zur Bewältigung des Einsatzes seien auch Unterstützungskräfte anderer Polizeibehörden hinzugezogen worden. Gegen 17 Uhr sei der Mann schließlich selbstständig vom Denkmal herabgestiegen. Nach ersten Erkenntnissen handelt es sich um einen 21-Jährigen aus der Schweiz. Polizeibeamte brachten ihn zur Wache nach Detmold; nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen werde er wieder entlassen, heißt es weiter.

Die Polizei prüfe derzeit mehrere Straftatbestände, darunter Hausfriedensbruch, den Verdacht der Volksverhetzung sowie das Abbrennen illegaler Pyrotechnik. Die weiteren Ermittlungen werden durch die Kriminalpolizei geführt. Aufgrund eines vermuteten politischen Hintergrunds hat der Staatsschutz der Polizei Bielefeld die Ermittlungen übernommen.

Die Polizei bittet Zeugen, insbesondere Personen mit Foto- oder Videoaufnahmen der Aktion am Hermannsdenkmal in Lippe, sich zu melden und entsprechendes Material zur Verfügung zu stellen.