
Lage. Das erste Lagenser Weinfest ist eröffnet. Vier Weinhändler aus Franken, der Nahe, Rheinhessen und der Mosel bringen edle Tropfen nach Lage. Damit niemand beim Schwenken des Weinglases spontan zur Rosine wird, hat das Stadtmarketing vorgesorgt. Es gibt Sonnenschirme, kostenlose Fächer und sogar kleine Abkühloasen mit Planschbecken. Wer also schon immer mal mit einem Riesling in der Hand die Füße ins Wasser halten wollte – jetzt ist die Gelegenheit.
Außerdem wurden die Öffnungszeiten kurzerhand ein Stück in die Abendstunden verlegt. Denn mittags hätte man den Wein als Glühwein trinken müssen, obwohl Weihnachten noch 182 Tage entfernt ist.
Das Unterhaltungsprogramm wird wie geplant durchgezogen. Nur der Sonntag bleibt jazzfrei. Vermutlich hatten selbst die Saxophone hätten sich unter der Hitze verbogen. Ein »Fis« statt eines »F« hätte auch abgebrühten Jazz-Fans zusätzliche Schweißperlen auf die Stirn getrieben.
„Die Stadt rät den Veranstaltungsbesuchern, aber auch den »Sehleuten«, ausreichend zu trinken. Gemeint ist dabei nicht ausschließlich Wein. Wasser in PET-Flaschen sei ausdrücklich erlaubt – ein Satz, den man auf einem Weinfest auch nicht alle Tage liest. Wasser in den Wein zu schütten, wirkt unkultiviert, mag aber eine Maßnahme gegen tropische Temperaturen sein.
Weitere Ratschläge der Stadt: „Kopfbedeckung tragen, Schatten aufsuchen und regelmäßig abkühlen.“ Warum dann nicht lieber zu Hause bleiben? – Weil es da noch heißer ist und weil man etwas verpasst. Wer all das beherzigt, kann mit bestem Gewissen wieder zum Grauburgunder übergehen.
Bürgermeister Matthias Kalkreuter freut sich auf unbeschwerte Stunden und viele schöne Begegnungen. Und wenn das Thermometer tatsächlich über 30 Grad klettert, dürfte zumindest eines sicher sein: Noch nie wurde in Lage so oft auf einen kühlen Weißwein angestoßen – aus rein medizinischen Gründen natürlich.




