
Lemgo. Aus einer traditionellen Lemgoer Spezialität ist eine Unterstützung für Menschen geworden, die auf Hilfe angewiesen sind: Der Erlös aus dem Strohsemmelverkauf beim diesjährigen Strohsemmelfest ist jetzt an die Lemgoer Tafel übergeben worden. Insgesamt kamen 500 Euro zusammen.
Möglich gemacht wurde die Spende durch eine gemeinsame Aktion von Lemgo Marketing sowie den drei Lemgoer Bäckereien Stadtbäckerei Strate, Bio-Bäckerei Meffert und Bäckerei Güttge. Beim verkaufsoffenen Sonntag im Rahmen des Strohsemmelfestes hatten die Betriebe gemeinsam einen Stand auf dem Marktplatz betrieben.

Dort wurden zahlreiche frisch gebackene Strohsemmeln angeboten, die jede Bäckerei nach ihrem eigenen Rezept auf Stroh gebacken hatte. Ergänzt wurde das Angebot durch Informationen zur Geschichte der traditionsreichen Lemgoer Spezialität. Die Besucher konnten die Gebäckspezialität gegen eine Spende erwerben.
Dass der Erlös an die Lemgoer Tafel gehen sollte, war für die Beteiligten schnell klar. Schließlich steht die Strohsemmel als Lebensmittel symbolisch für ein Grundbedürfnis, das längst nicht für alle Menschen selbstverständlich ist.
Die Lemgoer Tafel, die seit 2015 von der Andreasgemeinde in der Grevenmarsch getragen wird, unterstützt regelmäßig Menschen mit geringem Einkommen. Dank der Lebensmittelspenden lokaler Geschäfte werden dort jeden Freitag ab 13.30 Uhr Lebensmittel an Einzelpersonen und Familien ausgegeben.
Bei der Spendenübergabe berichtete Damaris Pauge von der Arbeit der Einrichtung. Die Räumlichkeiten seien angemietet und rund 70 Haushalte beziehungsweise bis zu 400 Bürger würden regelmäßig unterstützt. Voraussetzung für die Inanspruchnahme des Angebots sei eine sogenannte Sozialkarte des Sozialamtes Lemgo. Aktuell gebe es sogar bereits eine Warteliste.
Die logistische Arbeit hinter der Lebensmittelausgabe leisten zahlreiche Ehrenamtliche. Acht Mitarbeiter kümmern sich um das Entladen und Sortieren der Waren, wenn der Lastwagen der Detmolder Tafel e. V. die Lebensmittel anliefert. Das Angebot reiche von Obst und Salat über Gemüse bis hin zu Kartoffeln.
Familien mit bis zu drei Personen können sich ihre Lebensmittelkisten selbst zusammenstellen. Größere Familien erhalten bereits vorbereitete Kisten. Nach Angaben der Tafel werden rund 95 Prozent der bereitgestellten Lebensmittel noch am selben Ausgabetag verteilt.
Für die Ausgabe selbst sorgen 19 Helfer. Sollte das Angebot einmal knapp werden, stehen Grundnahrungsmittel wie Nudeln, Reis, Milch oder Tomaten als Reserve zur Verfügung.
Darüber hinaus organisiert die Tafel zu Ostern und Weihnachten regelmäßig besondere Aktionen. Dann werden beispielsweise Treffen bei Kaffee und Kuchen angeboten oder Gutscheine eines nahegelegenen Marktkaufs ausgegeben.
Karolin Saak, Geschäftsführerin von Lemgo Marketing, zeigte sich bei der Spendenübergabe erfreut über die Resonanz der Besucher. Diese hätten für die Strohsemmeln großzügig gespendet. Das Geld komme nun an einem Ort an, an dem es dringend benötigt werde.
Damaris Pauge betonte zugleich, wie wichtig Spenden für die Arbeit der Einrichtung seien. Zwar erhalte die Lemgoer Tafel einmal jährlich eine größere Unterstützung von der Stadt Lemgo und der Sparkasse, im Übrigen sei die Einrichtung jedoch auf private Spenden angewiesen. Diese Mittel würden unter anderem für die Miete sowie gegebenenfalls für den Zukauf benötigter Waren verwendet.






