Seniorchef Horst Stevin, Marc Tönsmann (Maaß Industrie und Hallenbau), Landesverbandsvorsteher Jörg Düning-Gast, Daniel Stevin, Bürgermeister Dirk Tolkemitt, Frank Heinkel und Ulrike Niebuhr (beide Stadt Bad Salzuflen) sowie Dieter Fromme und Philipp Messling (beide Sparkasse Lemgo, von links) setzen zum ersten Spatenstich an. Foto: Reiner Toppmöller

Bad Salzuflen. Jahrzehnte lang zog sich der Streit um das Gewerbegebiet Lockhausen an der Leopoldshöher Straße hin. Proteste der Anwohner, auch wegen der Ansiedlung des Logistikunternehmens Dachser, Einsprüche und langwieriges Hin und Her ließen das ehemals dem Landschaftsverband Lippe gehörende Land langsam veröden. Straßen und Infrastruktur, Investitionen des Landschaftsverbandes, schienen umsonst angelegt zu sein.


Doch nach mehr als 25 Jahren, in denen die Stadt das 13,4 Hektar große Gelände im Besitz hat, hat sich endlich etwas getan. Man habe letztlich mit den Anwohnern einen Kompromiss gefunden, der die Ansiedlung von Gewerbe jetzt ermögliche, sagte Landesverbandsvorsteher Jörg Düning-Gast während des Termins zum ersten Spatenstich auf dem Gelände.

Als erstem Ansiedler im neuen Gewerbegebiet überreicht Bürgermeister Dirk Tolkemitt (rechts) Daniel Stevin (Mitte) als Erinnerung ein Bild für den künftigen Bürotrakt. Links ist der Vorsteher des Landesverbandes Lippe, Jörg Düning-Gast, zu sehen. Foto: Reiner Toppmöller

Das Grundstück an der Leopoldshöher Straße bietet attraktive und verkehrliche Gestaltungsmaßnahmen. Mit der Erschließung des Gebietes verfügt der Wirtschafts- und Tourismusstandort über optimale Rahmenbedingungen für unternehmerische Konzepte, um im Stadtgebiet flächensparend zu bauen und energetische beziehungsweise ökologische Bauprojekte vorzulegen. Es ist neben den letzten sechs Hektar an der Siemensstraße das letzte Gewerbegebiet der Stadt. Ist dies bebaut, kann die Stadt keine weitere Fläche für Gewerbe innerstädtisch mehr anbieten.

Nach mehr als einem Vierteljahrhundert Vorbereitung erfolgt somit aus der planerischen Konzeption endlich bauliche Realität mit der ersten Ansiedlung eines lokal ansässigen Unternehmens. Zum Spatenstich als symbolisches Element waren neben Jörg Düning-Gast auch Bürgermeister Dirk Tolkemitt gekommen. Das erste Unternehmen auf dem neuen Gebiet ist die Firma Diversign aus Bad Salzuflen-Holzhausen. Das Unternehmen produziert seit 1995 Duschabtrennungen und Beschläge.

Der Umzug aus der Max-Planck-Straße sei erforderlich geworden, weil man dort an seine Grenzen stoße, so Betriebsleiter Willi Hildebrandt. Auf dem rund 4.000 Quadratmeter großen Grundstück entsteht jetzt eine neu moderne Produktionshalle mit Büroräumen.

Bürgermeister Dirk Tolkemitt übergab nicht nur ein Geschenk für den ersten Käufer, sondern sagte auch, dass die Geschichte des Gewerbeparks schon älter sei als seine und die Amtszeit des Landesverbandsvorsitzenden zusammen.

„2021 konnten wir endlich einen neuen Bebauungsplan erstellen, der das jetzt ermöglicht. Die Ansiedlung der Firma Diversign hat sogar vier weitere Interessenten angelockt, mit denen wir Verträge geschlossen haben. Die Verkaufserlöse werden wir mit dem Landesverband teilen, da er bereits seit Jahren in die Infrastruktur investiert hat.“

Jörg Düning-Gast hob die hervorragende zentrale Lage hervor, zeigte aber auch Verständnis für die Anlieger, deren bisherige Wohnlagenidylle allein schon durch den Logistiker stark beeinflusst worden sei. Er freue sich aber auch, dass nach so vielen Jahren der Platz zum Nutzen gekommen sei.

Daniele Stevin, Geschäftsführer des Unternehmens, freute sich über die große Anzahl der Teilnehmer zum Spatenstich. Der junge Unternehmer sagte, er habe vor acht Jahren das Geschäft aufgrund eines Schicksalsschlages in seiner Familie übernommen. Dank eines guten Teams sei immer noch Wachstum vorhanden. „Mit dem Neubau ist bei uns die Zukunftsfrage gelöst“, sagte er, bevor er zu Gebet lud.