
Detmold. Im Jahr 2013 gab es den Beschluss, den Detmolder Schloßplatz als eine prioritäre Maßnahme klimafest zu machen. Neben dem Ziel, das Gartendenkmal wieder erlebbar zu machen und in Wert zu setzen, ging es vor allem darum, Anpassungen an den Klimawandel zu schaffen und den parkähnlichen Platz für künftige Anforderungen fit zu machen.
Zur Klimafolgenanpassung sollte eine ausreichende Bewässerung geschaffen werden. Dazu wurden Zisternen und Rigolen in den Untergrund eingelassen, die das Regenwasser auffangen und in Trockenzeiten den Pflanzen zur Verfügung stehen sollen.
Nach zwei Jahren und fünf Monaten intensiver Planungs-, Bau- und Pflanzphase ist es jetzt so weit: Der Schloßplatz im Herzen von Detmold erstrahlt in neuem Glanz. Er hat sich von einer jahrelangen Großbaustelle in einen zukunftsweisenden Ort verwandelt, der historische Identität mit moderner Aufenthaltsqualität und Klimaresilienz verbindet.
„Dieses Großprojekt ist das Ergebnis einer starken Gemeinschaftsleistung der Planer, der beteiligten Unternehmen, geduldigen Anlieger und Bürger“, sagte Bürgermeister Frank Hilker zu Beginn der Einweihungsfeier. Der Park erstrahle im neuen Glanz und sei zukunftsweisend geworden, so Hilker weiter. Mit dem neuen Schlosspark sei ein lebendiger neuer Mittelpunkt geschaffen worden: Wie schön es sein kann, dort zu feiern, zeigte erst kürzlich das dort stattgefundene Weinfest.
Der Bürgermeister bedankte sich auch beim Fürstenhaus und besonders bei Prinzessin Maria, die sich sehr bei der Gestaltung des Spielplatzes mit eingebracht habe. Am Ende appellierte er noch an alle Bürger, mit diesem Geschenk an Detmold achtsam umzugehen und die Augen aufzuhalten, dass es auch so schön bliebe.
Prinz Stephan zu Lippe hob die gute Zusammenarbeit zwischen der Stadt und der Familie hervor, was nicht selbstverständlich sei. „Die Stadt ist in guten Händen, der Schloßplatz schon immer Herzstück der Stadt gewesen. Es ist ein Platz für jedermann. Da er zu je 50 Prozent der Stadt und dem Fürstenhaus gehört, ist hier auch wechselseitige Rücksichtnahme gefragt“, sagte er.
Mit einer symbolischen Durchtrennung eines Speerbandes wurde der neugestaltete Park dann offiziell eröffnet. An zwei Ständen konnten sich die Besucher über die technischen Hintergründe informieren und Archäologe Robert Gündchen zeigte die archäologischen Funde im Park auf. Begleitet wurde die Feierlichkeit von der Happy Jazz Gang.
Die Gesamtkosten der Baumaßnahmen im Schlosspark belaufen sich auf rund 6 Millionen Euro. Dabei wurden vor der Stadthalle und vor ”H&M” auf der sogenannten Esplanade ein Schwammkörper in den Boden eingelassen. Dabei handelt es sich um einen Wasserspeicher, der das Niederschlagswasser von den Dachflächen aufnimmt und den Bäumen zur Verfügung stellt. Zusätzlich wurden Retentionskörbe in den Untergrund eingebaut, die bei Starkregenereignissen als Puffer dienen.
Zwei Förderprogramme unterstützten die Maßnahmen. Über das Bundesprogramm „Anpassung städtischer Räume an den Klimawandel“ flossen rund 1,6 Millionen Euro nach Detmold. Hinzu kamen Bundes- und Landesmittel in Höhe von rund 2,9 Millionen Euro.






