
Lemgo. Mit einer symbolträchtigen Aktion haben die Lemgoer Schützen von 1575 e. V. am vergangenen Samstag (11. Juli) die umfangreichen Renovierungsmaßnahmen am Schützenhaus abgeschlossen. Im Mittelpunkt der Arbeiten stand eine neue, rund 300 Quadratmeter große Dachdämmung mit neuen Dachpfannen. Gleichzeitig nutzte die Schützengesellschaft einen besonderen Fund aus der Vergangenheit, um selbst eine Botschaft für kommende Generationen zu hinterlassen.
Zu der Abschlussveranstaltung versammelte sich eine große Abordnung der Lemgoer Schützen am Schützenhaus. Wie Pressewart und Schriftführer Wilfried Thiel erläuterte, soll die neue Dämmung dazu beitragen, die zuletzt stark gestiegenen Energiekosten deutlich zu reduzieren.
Während der Dachsanierung hatten die Mitarbeiter der Dachdeckerei Raabe eine überraschende Entdeckung gemacht. Beim Abdecken des alten Daches fanden sie eine Wacholderflasche von Schöttker. Darin befand sich ein Schriftstück mit Informationen und den Namen jener Personen, die an den Dacharbeiten im Jahr 1985 beteiligt waren. Bereits damals war die Dachdeckerei Raabe an den Arbeiten beteiligt.
Diesen Fund nahmen die Schützen nun zum Anlass, erneut eine Flasche als Zeitdokument im Dachstuhl zu verstecken. Dazu wurde eine neue „Hexentrunk-Flasche“ von Schöttker vorbereitet.
Oberst Jörg Mayer verlas den Inhalt der beigefügten Urkunde: „Mit großem Engagement und handwerklicher Tradition wurde das Schützenhaus in den Jahren 2025/2026 renoviert. Das Werk ist untrennbar verbunden mit den Menschen und Firmen, die mit ihrem Einsatz, ihrer Sorgfalt und ihrem Verantwortungsbewusstsein dazu beigetragen haben, das Schützenhaus zu erhalten und zugleich für die Zukunft zu stärken. Mit Tatkraft und gemeinschaftlichem Gut haben sie dazu beigetragen, einen Ort der Begegnung, der Tradition und des Miteinanders für die kommenden Generationen zu bewahren.“
Alle an den Arbeiten Beteiligten hatten die Urkunde zuvor unterschrieben. Wilfried Thiel faltete das Dokument sorgfältig zusammen und legte es in die neue Flasche. Nach einem gemeinsamen Erinnerungsfoto wurde die Zeitkapsel von Marius Louvet, Geschäftsführer der Dachdeckerei Raabe, im Beisein von Senior Jochen Raabe, Jörg Mayer, Major Daniel Becker sowie Wilfried Thiel an einem geheimen Ort unter dem neuen Dach verborgen.
Auch die Geschichte des Schützenhauses selbst spielte bei der Abschlussveranstaltung eine Rolle. Willi Schuster erinnerte daran, dass er bereits vor 51 Jahren tatkräftig am Neubau des Schützenhauses mitgewirkt hatte. Es sei eine schöne, aber auch verrückte Zeit gewesen, verbunden mit einer großartigen Eröffnung am 5. Juni 1982.
Als Anerkennung seiner Mitarbeit erhielt er seinerzeit einen Wimpel aus Leinen, den er beim Pressetermin präsentierte. Wie zahlreiche weitere Unterstützer bekam auch Schuster als Dank für seine Spende eine besondere Erinnerungsdachpfanne überreicht.
Derzeit läuft zudem eine Verlosung einer von der Hobbymalerin Petra Skirl aus der dritten Kompanie gestalteten Jubiläums-Dachpfanne. Das Unikat zeigt die ehemaligen Stadttore Lemgos. Insgesamt 1.000 Lose werden zum Preis von jeweils zwei Euro angeboten. Erhältlich sind diese bei verschiedenen Treffen der Schützengesellschaft.
Die Gewinnnummer entscheidet über den Besitzer der besonderen Dachpfanne, die derzeit bei „Expitur-Reisen“ an der Mittelstraße ausgestellt ist. Die feierliche Übergabe an die Gewinnerin oder den Gewinner soll am Schützenfest-Montag stattfinden.
Zum Abschluss der Veranstaltung stand noch eine personelle Ehrung auf dem Programm: Takis Poursanidis, Leutnant der Schützengesellschaft, beförderte Ronny Bauer zum Rottmeister.






