Der Festzug gehört traditionell zum Schützenfest. Foto: LWL-Medienzentrum für Westfalen

Kreis Lippe. Das Wort des Monats Juli scheint ein klarer Fall zu sein: „Schütten“ sind die Schützen und „Beer“ heißt Bier. Also müsste das „Schüttenbeer“ das Bier sein, das die Schützen trinken. Ganz so einfach ist es nicht, wissen Sprachwissenschaftler des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL).


Das plattdeutsche Wort „Schüttenbeer“ ist im westlichen Münsterland und im Lippischen verbreitet als Bezeichnung für das Schützenfest insgesamt. „Da hat also das ‚Pars-pro-toto-Prinzip‘ gewirkt“, erklärt Dr. Markus Denkler, Geschäftsführer der Kommission für Mundart- und Namenforschung beim LWL. „Ein Teil – das Bier – steht für das Ganze – das Fest.“ Zu einem Fest gehen, heißt dann auf Platt „te Beer gaohn“.

Im „Niederdeutsch-Westphälischen Wörterbuch“ von Johan Gilges Rosemann aus dem 19. Jahrhundert findet man weitere Variationen des Wortes: „Auf dem Lande heißen auch die Schmäuse der Bauern ‚en Beer‘, zum Beispiel ‚Fensterbeer‘, ‚Kindelbeer‘, ‚Daenbeer‘.“ Damit sind das Fest beim Hauseinzug, das Tauffest und der Leichenschmaus gemeint.