Lemgo/Kalletal. Mit großem Interesse verfolgt der Lemgoer Bürgermeister Markus Baier die Diskussion um das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) im Kalletal. Besonders ärgert er sich über die Aussage seines Kalletaler Amtskollegen Mario Hecker, der immer wieder behauptet, dass das Versorgungsgebiet Lemgo/Kalletal mit rund 73 Prozent unterversorgt sei.
Aus seiner Sicht hätte die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) das Versorgungsgebiet schon längst ändern sollen. „Mit drei Hausarztpraxen bei einer Einwohnerzahl von circa 13.000 Einwohnern herrschen dort paradiesische Zustände. Wenn Dr. Schäfer sagt, dass sich die Ärzte in der Gemeinde rund 4.000 Patienten teilen, so ist das in Lemgo etwa die Anzahl einer Praxis“, so das Lemgoer Stadtoberhaupt.
Für ihn sei Lemgo mit seinem Krankenhaus historisch gesehen schon immer der Standort für Fachärzte gewesen. Er glaube nicht, dass sich Fachärzte im Kalletal ansiedelten, da er nicht davon ausgehe, dass Lemgoer Bürger ins MVZ Kalletal fahren würden. „Die Lemgoer Patienten bleiben in Lemgo oder fahren zu Fachärzten nach Bad Salzuflen, Bielefeld oder Detmold, weil sie dort das finden, was sie suchen“, sagt Markus Baier.
Besonders ärgert er sich über die halbe, unbesetzte Kinderarztstelle im Kalletaler MVZ. „Unser Kinderarzt in Lemgo will aus Altersgründen aufhören. Mit der halben, unbesetzten Stelle im Kalletal wird die Nachfolge hier jetzt blockiert“, betont der Bürgermeister. Deshalb appelliert er an die KVWL, dringend das Versorgungsgebiet neu zu überdenken. Aus seiner Sicht dürfe es unter den Nachbarstädten keine kommunal geförderte Konkurrenz geben.
Nach wie vor arbeitet aber auch die Stadt Lemgo an dem Gedanken, zusammen mit der Stadt Lage und dem DRK ein eigenes MVZ aufzubauen. „Unser Gedanke dabei ist, mit dem DRK Fachleute an unserer Seite zu haben, die etwas davon verstehen. Wir wollen das auch nicht gegen unsere niedergelassenen Ärzte tun, sondern ihnen helfen und zusammen mit der KVWL arbeiten. Von Anfang an ist dabei Kostentransparenz wichtig für uns, damit wir alle auch den Rat mitnehmen können. Ein MVZ wird Geld kosten, darüber muss man sich im Klaren sein. Wir wollen den Menschen etwas zur Verfügung stellen und keine falschen Versprechungen machen“, sagt Baier.
Bis dahin und auch zukünftig sieht er aber immer noch das Krankenhaus als den Versorgungsort für den Großraum. „Hier sind Fachärzte, die auch im ambulanten Bereich in Sprechstunden zur Verfügung stehen. Wir warten derzeit auf einen Förderbescheid aus Düsseldorf für die Restrukturierung der Häuser in Detmold und Lemgo. Die Kontakte zwischen dem Kreis, der Klinikumleitung und uns als Kommune sind derzeit hervorragend. Ich bin guter Hoffnung, dass es gut wird“, sagt er abschließend.
Foto: Der Lemgoer Bürgermeister Markus Baier ärgert sich über Aussagen seines Amtskollegen Mario Hecker im Kalletal zur hausärztlichen Versorgung und appelliert an die KVWL, die Versorgungsgebiete zu trennen. Aus seiner Sicht dürfe es unter den Nachbarstädten keine kommunal geförderte Konkurrenz geben. Foto: Reiner Toppmöller
Lemgo/Kalletal. Mit großem Interesse verfolgt der Lemgoer Bürgermeister Markus Baier die Diskussion um das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) im Kalletal. Besonders ärgert er sich über die Aussage seines Kalletaler Amtskollegen Mario Hecker, der immer wieder behauptet, dass das Versorgungsgebiet Lemgo/Kalletal mit rund 73 Prozent unterversorgt sei.
Aus seiner Sicht hätte die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) das Versorgungsgebiet schon längst ändern sollen. „Mit drei Hausarztpraxen bei einer Einwohnerzahl von circa 13.000 Einwohnern herrschen dort paradiesische Zustände. Wenn Dr. Schäfer sagt, dass sich die Ärzte in der Gemeinde rund 4.000 Patienten teilen, so ist das in Lemgo etwa die Anzahl einer Praxis“, so das Lemgoer Stadtoberhaupt.
Für ihn sei Lemgo mit seinem Krankenhaus historisch gesehen schon immer der Standort für Fachärzte gewesen. Er glaube nicht, dass sich Fachärzte im Kalletal ansiedelten, da er nicht davon ausgehe, dass Lemgoer Bürger ins MVZ Kalletal fahren würden. „Die Lemgoer Patienten bleiben in Lemgo oder fahren zu Fachärzten nach Bad Salzuflen, Bielefeld oder Detmold, weil sie dort das finden, was sie suchen“, sagt Markus Baier.
Besonders ärgert er sich über die halbe, unbesetzte Kinderarztstelle im Kalletaler MVZ. „Unser Kinderarzt in Lemgo will aus Altersgründen aufhören. Mit der halben, unbesetzten Stelle im Kalletal wird die Nachfolge hier jetzt blockiert“, betont der Bürgermeister. Deshalb appelliert er an die KVWL, dringend das Versorgungsgebiet neu zu überdenken. Aus seiner Sicht dürfe es unter den Nachbarstädten keine kommunal geförderte Konkurrenz geben.
Nach wie vor arbeitet aber auch die Stadt Lemgo an dem Gedanken, zusammen mit der Stadt Lage und dem DRK ein eigenes MVZ aufzubauen. „Unser Gedanke dabei ist, mit dem DRK Fachleute an unserer Seite zu haben, die etwas davon verstehen. Wir wollen das auch nicht gegen unsere niedergelassenen Ärzte tun, sondern ihnen helfen und zusammen mit der KVWL arbeiten. Von Anfang an ist dabei Kostentransparenz wichtig für uns, damit wir alle auch den Rat mitnehmen können. Ein MVZ wird Geld kosten, darüber muss man sich im Klaren sein. Wir wollen den Menschen etwas zur Verfügung stellen und keine falschen Versprechungen machen“, sagt Baier.
Bis dahin und auch zukünftig sieht er aber immer noch das Krankenhaus als den Versorgungsort für den Großraum. „Hier sind Fachärzte, die auch im ambulanten Bereich in Sprechstunden zur Verfügung stehen. Wir warten derzeit auf einen Förderbescheid aus Düsseldorf für die Restrukturierung der Häuser in Detmold und Lemgo. Die Kontakte zwischen dem Kreis, der Klinikumleitung und uns als Kommune sind derzeit hervorragend. Ich bin guter Hoffnung, dass es gut wird“, sagt er abschließend.
Reiner Toppmöller ist seit Jahrzehnten als Freier Journalist in Ostwestfalen und Nordlippe im Einsatz. Sein Motto: „Um die Menschen zu erreichen, braucht es gute Informationen. Dafür arbeite ich und bin in der Region unterwegs.“
Mit der Einstellung, ehrlich und offen zu berichten, schreibt der Mann, den man nur mit Hut kennt, seit mehr als 30 Jahren für viele Redaktionen, nicht nur in OWL.
Die lokale Politik, aber auch das tägliche Geschehen, mit schönen und hochinteressanten Geschichten der Region, bilden dabei seine Schwerpunkte. Die Arbeit mit den Menschen steht dabei für ihn immer im Vordergrund.
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