
Detmold. Mit einem symbolischen und hochkarätig begleiteten ersten Spatenstich ist am vergangenen Freitag im neuen „Quartier Hornsches Tor“ (QHT) der offizielle Startschuss für eines der wegweisendsten städtebaulichen Zukunftsprojekte der Stadt gefallen.
Umrahmt von Livemusik und einer Performance von Tänzern des Detmolder Landestheaters unter der Leitung des neuen Ballettdirektors Ivan Alboresi erlebten zahlreiche Gäste in der „Baugrube“ den Beginn einer neuen Ära am südlichen Einfallstor in die Detmolder Innenstadt.
In den kommenden zwei Jahren entsteht auf dem etwa 10.000 Quadratmeter großen Areal ein modernes Quartier mit einer Handelsimmobilie, dem Modehaus Klingemann als Ankermieter, Büro- und Praxisräumen, Raum zum Wohnen, einer Rooftop-Bar, einem Parkhaus, einem Edeka-Vollsortimenter sowie einem „B&B“-Hotel. Die LWZ berichtete.

„Dieser Spatenstich heute ist für uns ein wichtiger Meilenstein, weil er einen mehr als elf Jahre lang dauernden Prozess abschließt, der immer wieder von neuen Entwicklungen und schwierigen Herausforderungen geprägt war. Weil wir als Verwaltung im Dienst der Bürgerinnen und Bürger agieren, stellen wir uns den für Detmold relevanten Themen und haben die Entwicklung am Hornschen Tor schließlich selbst und in eigener Verantwortung in die Hand genommen. Wir schaffen hier einen Mix von Angeboten, der die Innenstadt gewaltig stärken wird“, unterstrich Bürgermeister Frank Hilker die Bedeutung des Projekts.
Mit Blick auf die Finanzierung betonte Hilker zudem ein zentrales Credo: „Konsolidierung des Haushalts auf der einen Seite und Investitionen in die Infrastruktur sind kein Widerspruch, im Gegenteil: Nur mit zukunftsfähigen Investitionen, auch finanziert aus dem Sondervermögen, stellt sich Detmold zukunftsfähig auf, damit Fachkräfte und Unternehmen auch weiterhin zu uns kommen.“
Lob für den eingeschlagenen Weg kam vom Handelsverband NRW OWL: Dessen Vorsitzender Prof. Dr. Johannes Beverungen hob hervor, dass Detmold sehr vorausschauend agiert habe. „Sie haben den Aufbruch gewagt, als viele Kommunen noch zögerten“, so Beverungen. Mit dem Modehaus Klingemann bekomme die Stadt etwas, das nicht austauschbar, sondern unverwechselbar sei, so Beverungen.

Als neuer Ankermieter blickt auch Jens Klingemann, Geschäftsführer des Modehauses Klingemann, optimistisch nach vorn: „Detmold ist eine Stadt, die zu uns passt. Ziel ist es, keine anonyme Filiale unseres Stammhauses in Höxter einzurichten, sondern mit unseren Mitarbeitenden vor Ort zu sein und ein persönliches Gesicht zu zeigen. Wir sind gekommen, um zu bleiben.“
Dass Detmold von einem außergewöhnlichen Zusammenhalt profitiere, unterstrich Christian Schmidt, Vorsitzender der Werbegemeinschaft Detmold: „Die Stärke von Detmold ist, dass wir nicht nebeneinander, sondern miteinander arbeiten. Alle wollen gemeinsam etwas Positives bewegen. Dabei dürfen wir ruhig noch etwas selbstbewusster werden, denn Detmold kann sich wirklich sehen lassen“, so Schmidt.
Für die bauliche Umsetzung zeigten sich die anwesenden Projektpartner optimistisch. Michael Garstka, Geschäftsführer der LIST Develop Commercial GmbH & Co. KG, betonte: „Wir entwickeln, planen und realisieren: Einzelhandel, Büro, Wohnen, Hotel, Nahversorgung und Parkraum entstehen mit uns aus einer Hand. Für Detmold heißt das: verlässliche Termine, gebündelte Verantwortung und ein neues, lebendiges Stadtquartier für die Menschen vor Ort. Die heutige Grundsteinlegung ist für uns ein sichtbares Zeichen dieser Verlässlichkeit.“
Zu den weiteren Impulsgebern des Projekts zählt Vincent Sander, Geschäftsführer der Immobiliengruppe Sander aus Detmold und Investor für Nahversorger und Hotel, der erklärte: „Das Projekt ist gemeinsam mit der Stadtentwicklungsgesellschaft und der Sparkasse auf die Beine gestellt worden, bis die Risiken für alle vertretbar waren. Die Planung kann nun so umgesetzt werden, wie die Stadt Detmold sie sich gewünscht hatte.“
Thorsten Paulussen, Beigeordneter der Stadt Detmold, stellte das Engagement der Stadtentwicklungsgesellschaft in den Mittelpunkt: „Es ist trotz der großen Herausforderungen dieser Zeit der richtige Weg, dieses wichtige Einfallstor in die Stadt selbst zu gestalten.“ Er sei sicher, dass in zwei Jahren alle sehr zufrieden mit dem sein werden, was nun entsteht.
Nach dem feierlichen Auftakt werden jetzt auf dem Areal die begonnenen Arbeiten fortgesetzt, damit der ambitionierte Zeitplan eingehalten werden kann. Zunächst wird der Baugrund mit den vor Ort abgelegten Recyclingmaterialien vorbereitet. Im Anschluss starten die Arbeiten für den Bau der Tiefgarage des neuen Parkhauses.





