Detmold. Rund 20 Mietparteien eines Mehrfamilienhauses am Dreierkrugplatz in Spork-Eichholz können vorerst aufatmen: Die für den heutigen Donnerstag, 24. September, angekündigte Abschaltung des Stroms ist zunächst abgewendet. Hintergrund sind erhebliche Zahlungsrückstände der Eigentümerin des Gebäudes. Die Stadtwerke Detmold GmbH hatte deshalb angekündigt, die Stromversorgung in dem Haus einzustellen.
Betroffen wären rund 20 der insgesamt etwa 25 Mietparteien gewesen. Sie verfügen über keinen eigenen Stromzähler und wären damit unmittelbar von der Sperre betroffen gewesen.
Nachdem sich mehrere Mieter direkt an Detmolds Bürgermeister Frank Hilker gewandt hatten, schaltete er sich persönlich ein. In Abstimmung mit Stadtwerke-Geschäftsführer Ralf Libuda gelang es, die angekündigte Stromsperre zunächst abzuwenden.
Hilker macht allerdings deutlich, dass es sich dabei nicht um eine dauerhafte Lösung handelt. „Dies ist eine einmalige Aktion, die den Vermieter keinesfalls von seinen gesetzlichen Pflichten entbindet“, stellt der Bürgermeister klar. Ziel des Eingreifens sei es gewesen, den Bewohnerinnen und Bewohnern, die unverschuldet in Not geraten seien, schnell zu helfen.
Stadt bietet Mietern Unterstützung an
Dabei soll es nicht bei der kurzfristigen Abwendung der Stromsperre bleiben. Um der Situation nachhaltiger zu begegnen, hat Hilker weitere Sofortmaßnahmen veranlasst. Die Wohnungsaufsicht der Bauverwaltung und der Allgemeine Soziale Dienst der Stadt Detmold prüfen nun die Situation vor Ort.
Der Allgemeine Soziale Dienst soll den Mietern zudem persönliche Unterstützung anbieten. Dazu gehört insbesondere eine gezielte Beratung bei der Suche und Anmietung von alternativem Wohnraum.
„Wir werden die Betroffenen mit Hilfsangeboten und entsprechenden Informationen bestmöglich dabei unterstützen, sich eigenverantwortlich aus dieser misslichen Lage zu befreien“, erklärt Hilker mit Blick auf die kommenden Monate.
Hinter dem Eingreifen steht auch die Sorge, dass sich die Probleme weiter verschärfen könnten. „Wir wollen verhindern, dass sich im kommenden Winter die dramatische Situation vom vergangenen Jahr noch einmal wiederholt“, betont der Bürgermeister.
Für die Stadt ist die Situation in dem Mehrfamilienhaus nicht neu. Bereits seit Dezember 2025 hatte sich die Detmolder Wohnungsaufsicht mehrfach mit dem Thema beschäftigt. Nun greift die Verwaltung erneut intensiver ein.
„Wir schalten uns jetzt nochmalig zur Gefahrenabwehr intensiv in diese eigentlich privatrechtliche Angelegenheit ein“, erklärt Hilker. Zugleich macht der Bürgermeister deutlich, dass die jetzigen Maßnahmen den grundlegenden Konflikt nicht lösen und die betroffenen Bewohner vor persönlichen Entscheidungen stehen.
„In den kommenden Wochen muss jede Mieterin und jeder Mieter für sich privat entscheiden, ob sich ein Mietverhältnis unter solchen Bedingungen aufrechterhalten lässt“, sagt Hilker.






