Die Cafeteria gehört zur Ausstellung wie die Butter zum Brot. Von links:  Nachwuchs-Modellbahnbastler Mats, Vorsitzender Dirk Schneider (links), Tausendsassa Christina Schmidt (rechts) und ihre fleißigen Helfer verwöhnen die Gäste des Modellbau-Basars gern mit Würstchen, Leberkäs und Sauerkraut und zur Abrundung Kuchen allerlei Art. Archivfoto: Hajo Gärtner

Lage. Während bei der Deutsche Bahn schon eine zehnminütige Verspätung als kleines Wunder gilt, läuft es im Schulzentrum Werreanger wie am Schnürchen – zumindest im Maßstab 1:87. Dort hatten die Eisenbahnfreunde Lippe wieder zur Modellbahnbörse geladen. Und siehe da: keine Ausfälle, keine Streiks, nicht mal eine Durchsage, die irgendwem die Hoffnung nimmt.


Mehr als 30 Aussteller und die zehnfache Menge Besucher strömten zur inzwischen 91. Ausgabe der Börse, die sich vor allem durch eines auszeichnet: familiäre Atmosphäre statt Fahrgastfrust. Hier wird gefachsimpelt, gestöbert und gestaunt – ganz ohne Schienenersatzverkehr. Stattdessen gibt’s Schnäppchen, seltene Ersatzteile und Modellanlagen, die zuverlässig ihre Runden drehen. Ein Zustand, der im echten Bahnleben fast schon als Science-Fiction durchgehen würde.

Vereinsvorsitzender Dirk Schneider erklärt den Erfolg nüchtern: kein kommerzieller Zwang, dafür viel Herzblut. Oder anders gesagt: Hier kommen Menschen zusammen, die wirklich Spaß an der Sache haben – und nicht, weil sie irgendwo gestrandet sind und Zeit totschlagen müssen. Rund 400 Besucher aus der Region lassen sich dieses Erlebnis nicht entgehen – freiwillig wohlgemerkt.

Auch der Nachwuchs ist längst auf Kurs: In der Jugendgruppe wird gebastelt, getüftelt und gesteuert – störungsfrei und hochmotiviert. Vielleicht wächst hier ja tatsächlich die Generation heran, die später das große Vorbild wieder in die richtige Spur bringt.

Bis dahin bleibt festzuhalten: Wer Züge sehen will, die fahren, sollte sich lieber an die kleinen halten. Denn in Werreanger gilt noch das, was anderswo oft nur angekündigt wird: Der Zug fährt. Wirklich. Pünktlich.