Es muss gespart werden. Daran führt kein Weg vorbei. Die Fraktionen von CDU und Aufbruch C wollen, dass alle Ausgaben und Einnahmen im städtischen Haushalt analysiert werden, um alle Einsparmöglichkeiten zu erfassem. Diese Analyse brauche ihre Zeit. Die Kritik der Grünen, das bürgerlich-konservative Lager übe sich in „politischer Arbeitsverweigerung“, weisen die beiden C-Fraktionen scharf zurück. Montage: Hajo Gärtner

Lage. Die Fraktionen „Aufbruch C“ und CDU im Stadtrat Lage haben für die Ratssitzung am 26. März gemeinsam beantragt, das Haushaltssicherungskonzept 2026 in seiner jetzigen Form abzulehnen und die Entscheidung zu verschieben. Denn bevor die Bürger durch massive Steuererhöhungen belastet werden, sollte eine systematische Aufgabenkritik stattgefunden haben. Die liege bislang nicht vor.


Die Zahlen sprechen nach Ansicht der C-Fraktionen eine klare Sprache: Seit 2019 sei der Stellenplan in Lage von 369,5 auf 425,5 Stellen gewachsen – ein Anstieg von knapp 15 Prozent. Die Personalkosten betragen 2026 rund 30 Millionen Euro und sollen bis 2029 auf 31,3 Millionen Euro steigen. Diese Entwicklung zeige, dass erhebliche Einsparpotentiale im Personalbereich politisch noch nicht ernsthaft aufgearbeitet wurden. Das sei keine Kritik an der Verwaltung — das sei vielmehr eine politische Verantwortung, die der Rat wahrnehmen müsse.

Besonders kritisch bewerten die Fraktionen die vorgeschlagenen Steuererhöhungen. Die geplante Erhöhung der Grundsteuer B gehe weit über den lippischen Durchschnitt hinaus und überschreite auch den Landesdurchschnitt vergleichbarer Kommunen deutlich. Sie treffe jeden Einwohner unmittelbar – Mieter über die Nebenkosten ebenso wie Eigentümer. Auch bei der Gewerbesteuer würde Lage seinen bisherigen Standortvorteil gegenüber den Nachbarstädten aufgeben und damit seine Attraktivität als Wirtschafts- und Wohnstandort in Lippe gefährden.

Die den Aufschub-Antrag stellenden Fraktionen fordern konkret: »Alle geplanten Investitionen müssen auf den Prüfstand. Der Bürgermeister wird beauftragt, Einsparmaßnahmen im Personalbereich von insgesamt mindestens 8 Prozent der Personalkosten schrittweise bis Ende 2031 zu realisieren und dem Rat einen konkreten Umsetzungsplan vorzulegen.» Darüber hinaus werden signifikante Einsparungen in allen weiteren Bereichen gefordert.

Die Grünen-Fraktion hat in einer Pressemitteilung von „organisierter Verantwortungslosigkeit“ und „politischer Arbeitsverweigerung“ gesprochen. Diese Vorwürfe weisen CDU und „Aufbruch C“ entschieden zurück — und fragen: Was haben die Grünen selbst in den Beratungen  eingebracht? Keinen einzigen eigenen Vorschlag. Keine Alternative. Keine eigene Idee. «Sie sind dem Verwaltungsvorschlag gefolgt und nennen das Verantwortung. Wer Vorschläge macht, konkrete Zahlen analysiert und der Verwaltung einen klaren politischen Auftrag gibt, blockiert nicht — der arbeitet.»

Zur Darstellung der Grünen ist zudem eine sachliche Richtigstellung notwendig: Die viel zitierten „17 Sitzungen“ sind die Summe aller Fachausschüsse seit Einbringung des Haushalts. Der zuständige Finanz- und Personalausschuss hat in diesem Zeitraum fünf Mal getagt. Andere Ausschüsse wie der Jugendhilfeausschuss haben noch nicht einmal eine Beschlussempfehlung abgegeben. Wer diese Zahlen trotzdem öffentlich als Beleg für abgeschlossene Beratungen nennt, arbeitet nicht mit Fakten — sondern mit Stimmung.

In der Diskussion über den CDU/Aufbruch C-Antrag im Finanz- und Personalausschuss entstand aus den Reihen aller Fraktionen die Idee, einen Arbeitskreis einzurichten — ein Zeichen, dass der Gesprächsbedarf fraktionsübergreifend anerkannt wird. «CDU und „Aufbruch C“ begrüßen das ausdrücklich und werden konstruktiv mitarbeiten. Wir reichen die Hand.»

CDU und „Aufbruch C“ sind ausdrücklich bereit, gemeinsam mit allen Fraktionen und der Verwaltung einen Weg zu finden, der die Konsolidierung des Haushalts auf einer fairen und ausgewogenen Grundlage sicherstellt. «Wir sind es den Bürgerinnen und Bürgern Lages schuldig, diese Entscheidung sorgfältig und vollständig vorbereitet zu treffen – und nicht unter Zeitdruck auf deren Kosten.»