
Kreis Lippe/Kalletal. „Sie sind spät dran mit Ihrem Anruf, ich habe ihn schon viel eher erwartet“, spricht Jürgen Müller lachend ins Telefon, als sich am anderen Ende der Leitung die LWZ-Redaktion meldet. Ja, es stimme, er sei im Gespräch mit dem Kalletaler Bürgermeister, der ihm die Übernahme der Geschäftsführung des MVZ angetragen habe, bestätigt er die Frage des LWZ-Redakteurs.
Ob er den Job antreten werde, beantworte er mit einem klaren „Jein“. Die Aufgabe reize ihn, aber es gebe noch viel zu besprechen, sagt er. „Die Rahmenbedingungen müssten schon stimmen. Auch die CDU muss zustimmen und der Jahresabschluss 2025 muss vorliegen“, so der Ex-Landrat.
Seiner Meinung nach müsse es dann einen kompletten Neuanfang geben, bei dem es auch zu einem Zusammenschluss mit der Lippischen Ärzteschaft kommen müsse. Als ehemaliger Landrat des Kreises Herford habe er sich schon vor Jahren mit der Gründung von Medizinischen Versorgungszentren beschäftigt. Nach seiner Meinung liege die Aufgabe bei zunehmender Unterversorgung durch Hausärzte bei den Kreisen. Kommunen seien dafür eigentlich zu klein und ohne den Schulterschluss mit den niedergelassenen Ärzten, die sich auch darin wiederfinden müssten, ginge es nicht.
Er glaubt, dass der Start des MVZ im Kalletal mit den von der Agentur Dostal zur Verfügung gestellten Zahlen nicht sehr realistisch war. Wie recht er hat, zeigen auch die von der LWZ vor Wochen veröffentlichten Zahlen des zu erwartenden Abschlusses für das Jahr 2025. Ob die Lage jetzt besser sei und ob er kurzfristig eine ausgeglichene finanzielle Zukunft sehe, darauf möchte er nicht antworten.
Nach Auskunft von Jürgen Müller, der vor seiner Zeit als Landrat bereits seit 1983 in der Kreisverwaltung Herford aktiv war und dort unter anderem die Kommunalaufsicht und die Rechnungsprüfung leitete, müssten bis zu seinem möglichen Antritt als Geschäftsführer des MVZ, nicht vor Mitte des Jahres, noch viele Gespräche geführt werden.




