Paderborn. Nach dem Fund eines schwer verletzten Mannes in der Paderborner Innenstadt ermittelt eine Mordkommission wegen eines möglichen Gewaltverbrechens. Der 39-jährige Ukrainer war am Samstagabend, 30. Mai, gegen 19.51 Uhr bewusstlos in der Straße Westernmauer nahe eines Imbisses aufgefunden worden, teilte die Polizei mit. Tatverdächtige seien bislang flüchtig.
Beim Eintreffen der Einsatzkräfte hätten die Beamten den Mann schwer verletzt und nicht ansprechbar vorgefunden. Rettungskräfte hätten ihn umgehend in ein nahegelegenes Krankenhaus gebracht. Eine Blutspur habe nach Polizeiangaben über rund 250 Meter durch die Innenstadt bis zum rückwärtigen Ausgang einer Passage in der Straße Alte Torgasse geführt.
Eine unmittelbar eingeleitete Fahndung habe nicht zur Festnahme eines Täters oder mehrerer Täter geführt. Die genauen Hintergründe der Tat seien weiterhin Gegenstand der Ermittlungen.
Zeugen hätten kurz nach dem Vorfall an einem Kiosk in der Bahnhofstraße einen Mann beobachtet, der durch sein Verhalten aufgefallen sei. Er sei als etwa 45 bis 56 Jahre alt beschrieben worden, habe eine eckige Sonnenbrille, ein weißes T-Shirt sowie eine Mütze mit kurzem Schirm getragen. Zudem habe er laut Polizei im Vorbeigehen mehrfach geäußert, er habe „jemanden abgestochen wegen seiner Nationalität“. Die Behörden gingen diesen Hinweisen nach.
Das Polizeipräsidium Bielefeld habe unter Leitung von Erstem Kriminalhauptkommissar Markus Mertens eine Mordkommission eingerichtet, in der Beamte der Polizei Bielefeld und der Polizei Paderborn zusammenarbeiten. Diese habe umgehend mit der Spurensicherung und Tatortaufnahme begonnen.
Im Zuge der Ermittlungen suchen die Beamten weitere Zeugen. Insbesondere Personen, die sich im Zeitraum zwischen 19.30 Uhr und 20.00 Uhr im Bereich der Westernmauer, Bahnhofstraße oder Alten Torgasse aufgehalten haben, werden gebeten, sich zu melden. Auch eine Gruppe von vier bis sechs jungen Frauen, die möglicherweise einen Streit beobachtet haben könnten, stehe im Fokus der Ermittler.
Nach bisherigen Erkenntnissen habe es bereits gegen 19.10 Uhr eine lautstarke Auseinandersetzung zwischen zwei Männern an einer Parkbank in der Königsstraße gegeben, gegenüber einem Bekleidungsgeschäft. Ein Zeuge habe angegeben, dass die später gesuchte Frauengruppe diesen Streit beobachtet habe. Die Polizei gehe derzeit davon aus, dass es sich bei den beiden Männern um das spätere Opfer und den mutmaßlichen Täter gehandelt habe.
Der 39-Jährige sei noch in der Nacht notoperiert worden. Sein Zustand habe sich inzwischen stabilisiert, Lebensgefahr bestehe aktuell nicht mehr. Nach Angaben der Polizei sei geplant, ihn im Laufe des Tages zu den Geschehnissen zu befragen.
Hinweise nimmt die Mordkommission unter der Telefonnummer 0521/545-0 entgegen.




