
Kreis Lippe/Detmold. Was als Initiative zur Unterstützung armutsbetroffener Menschen begann, hat sich zu einem großen ehrenamtlich getragenen Hilfsprojekt in der Region entwickelt: Der gemeinnützige Verein „Lipper für Lipper @Asphaltexistenzler e. V.“ rettet im Rahmen seiner „Nachhaltigkeitsstrategie 2026“ Woche für Woche mehrere Tonnen Waren, haltbare Lebensmittel und Getränke vor der Vernichtung, und versorgt damit nicht nur bedürftige Menschen, sondern auch ein stetig wachsendes Netzwerk sozialer Einrichtungen in ganz Lippe.
Jeden Donnerstag holt das Team von Lipper für Lipper dank Rahmenverträgen mit lokalen Handelsketten und dem Online-Versandhandel Lebensmittel, Hygieneartikel, Tierfutter, Haushaltswaren und Schulmaterialien ab, Produkte, die aufgrund eines nahenden Mindesthaltbarkeitsdatums, beschädigter Verpackungen oder saisonaler Überhänge nicht mehr verkauft werden können.
Statt entsorgt zu werden, gelangen diese Waren dorthin, wo sie dringend gebraucht werden. Nach der Abholung beginnt ein aufwendiger Prozess: Die Waren werden im Lager gesichtet, sortiert und gezielt für unterschiedliche Bedarfe zusammengestellt.
Hinzu kommen die privaten Lebensmittelspenden aus den Lebensmittelboxen in lokalen Supermärkten. Neben der direkten Unterstützung armutsbetroffener Menschen profitieren inzwischen zahlreiche Vereine und gemeinnützige Organisationen in der gesamten Region.
Tierheime werden regelmäßig mit Futter versorgt, verschiedene Wohnformen für Kinder und Jugendliche erhalten Lebensmittel und Schulmaterialien, soziale Einrichtungen bekommen dringend benötigte Alltagsprodukte. Damit ist ein starkes, solidarisches Netzwerk entstanden, das weit über die ursprüngliche Zielsetzung hinausgeht und kontinuierlich weiterwächst.
Gleichzeitig ist das Projekt mit einem erheblichen organisatorischen und finanziellen Aufwand verbunden. Der wöchentliche Einsatz bindet zahlreiche ehrenamtliche Helfer über viele Stunden hinweg. Transport, Logistik, Lagerhaltung und Verteilung erfordern nicht nur Zeit und Engagement, sondern auch finanzielle Mittel, etwa für ein neues, größeres Fahrzeug, Kraftstoff und die Unterhaltung des Lagers.
„Was viele nicht sehen: Hinter jeder ausgegebenen Kiste steckt tagelange Arbeit und das Engagement vieler Menschen“, betont der Verein und ergänzt: „Ohne diese helfenden Hände wäre das alles nicht möglich.“
Auch rechtliche Hürden konnten erfolgreich gemeistert werden: Für Lebensmittel, deren Mindesthaltbarkeitsdatum bereits überschritten ist, wurde eine Kooperation mit Foodsharing Deutschland geschlossen. Dadurch kann auch diese Ware weiterhin in den Umlauf gebracht werden, statt entsorgt werden zu müssen. Auf diese Weise gelingt es dem Verein im Rahmen seiner Nachhaltigkeitsstrategie, Lebensmittelverschwendung nahezu vollständig zu vermeiden.
Für die Menschen, die Unterstützung erhalten, bedeutet das Projekt eine spürbare Entlastung im Alltag. Lebensmittel, Hygieneartikel oder Haushaltswaren müssen nicht mehr oder nur noch eingeschränkt gekauft werden, ein entscheidender Beitrag für Haushalte mit geringem Einkommen. „Wir sind stolz auf das, was hier entstanden ist“, betont Ina Thomas von „Lipper für Lipper“.
Weiter erklärt sie: „Es ist im wahrsten Sinne des Wortes Lipper für Lipper: solidarisch, nachhaltig und getragen von Menschen, die füreinander einstehen. Mit seinem wachsenden Netzwerk und dem konsequenten Einsatz gegen Verschwendung setzt der Verein ein starkes Zeichen für Zusammenhalt, Nachhaltigkeit und praktische Hilfe vor Ort und versteht sich dabei als ergänzenden Baustein im bestehenden sozialen Hilfsnetzwerk der Region. Die Arbeit erfolgt ergänzend und lebt von Kooperation statt Konkurrenz.“



