LWZ-Reporter Reiner Toppmöller. Fotorechte: Reiner Toppmöller

Monumental erhebt sich das neue Eingangsgebäude des ehemaligen Freilichtmuseums in Detmold ab sofort an der Straße nach Berlebeck. In großen Lettern davor prangt der neue Name: LWL-Museum Hellerlecht. Ein Begriff, mit dem in Lippe niemand etwas anfangen kann und der, zuvor lange diskutiert, von der LWL-Spitze in Münster durchgesetzt wurde. Monumental ist auch der Treppenaufgang in der Mitte des 58 Millionen Euro teuren Gebäudes, der die Menschen und vor allem junge Menschen ins Museum locken soll.


Passt das in eine Zeit, in der bei der Eröffnung nicht nur rund 400 geladene Gäste, sondern auch eine Armada schwarzer Luxuslimousinen bayrischer Herkunft mit Münsteraner Kennzeichen vor der Tür standen, gegen die der Dienstwagen des lippischen Landrates aussah wie das Fahrzeug des Gärtners, und in der der Bundeskanzler zeitgleich im Radio verkündete, wo die Menschen ihren Gürtel wieder enger schnallen sollen?

Unser geliebtes und oft besuchtes Freilichtmuseum, ein Herzstück Lippes, brauchte es dieses Denkmal einer Amtsperiode? Sicher nicht. Für die meisten Lipper, die bodenständig und genügsam lebten und leben, ist dieser Eingriff mit Namensänderung und Monumentalbau nicht zu verstehen.

Veränderungen müssen sein, da hat unser Ministerpräsident recht. Aber in einer Zeit wirtschaftlicher Probleme gerade den Menschen in einer Region, die als sparsam bekannt ist, so ein Ding vor die Nase zu setzen, ist schon heftig.

Auch das Ziegeleimuseum in Lage gehört dem LWL. Bisher auch ein beschauliches kleines Museum mit hohem Informationsgrad. Wann werden wir dort den Monumentalismus der Münsteraner über uns ergehen lassen müssen?

Ich war selbst und auch oft mit meinen Kindern im Freilichtmuseum, habe dort viele schöne Stunden erlebt. Für uns, und ich bin sicher auch für die Mehrzahl der Besucher, reichte das alte Eintrittsgebäude.

Der jetzt entstandene, aus meiner Sicht monumentale Neoklassizismus am Eingang schreckt mich eher ab und zeigt leider nicht, wie schön es doch da hinter ist.