Das Team des Weserrenaissance-Museums Schloss Brake testet zum Saisonbeginn die Selfie-Station zur bevorstehenden Medizinausstellung. Foto: Weserrenaissance-Museum Schloss Brake

Lemgo. Farbenfroh gestaltet, mit eindrucksvollen Fotografien und kompakten Informationen versehen: Das neue Programmheft des Weserrenaissance-Museums Schloss Brake für den Zeitraum von September 2026 bis August 2027 ist erschienen.


Das druckfrische Heft präsentiert eine Vielzahl von Ausstellungen, Vorträgen, Konzerten und Mitmachangeboten für Besucher aller Generationen. Erhältlich ist es ab sofort im Museum sowie in zahlreichen öffentlichen Einrichtungen. Zudem kann das gesamte Programm auf www.schloss-brake.de digital eingesehen werden. Der Ticketverkauf hat bereits begonnen.

Im Mittelpunkt der kommenden Saison steht die neue Sonderausstellung „Staying alive – Medizingeschichte(n) mit Risiken und Nebenwirkungen“, die ab Dienstag, 13. Oktober, zu sehen sein wird. Die Ausstellung widmet sich einem der zentralen Themen der Menschheitsgeschichte und führt die Besucher durch rund 2.000 Jahre Medizingeschichte, von der Antike über die Renaissance bis in die Gegenwart.

Zu den Exponaten gehören unter anderem Schädel, eine Mumienhand, eine Pestmaske, historisches Arztbesteck und Prothesen. Sie veranschaulichen die Entwicklung medizinischen Wissens, die Geschichte der Pharmazie sowie regionale Bezüge zur Geschichte Lippes. Interaktive Stationen sollen die historischen Inhalte erlebbar machen und gleichzeitig Verbindungen zu aktuellen Themen wie Pandemien und moderner Medizin herstellen.

Passend zur Ausstellung bietet das Museum museumspädagogische Programme für Kindergärten, Schulen und Erwachsenengruppen an. Im Museumslabor können Besucher beispielsweise mit Hydrogel-Perlen experimentieren oder Knetseife herstellen.

Museumsleiterin Silvia Herrmann betont, dass ein Projekt dieser Größenordnung ohne zahlreiche Kooperationspartner nicht möglich wäre. Unterstützt wird die Ausstellung von der Stiftung Standortsicherung Kreis Lippe, der Andreas-Mohn-Stiftung, der Gesundheitsstiftung Lippe, dem Klinikum Lippe, dem Apothekerverband Westfalen-Lippe, dem Rotary Club Lemgo-Sternberg, den Vereinen Frauen für Lemgo, Soroptimist-Club Detmold-Lippische Rose und Soroptimist-Club Detmold, dem Freundeskreis des Weserrenaissance-Museums Schloss Brake sowie dem Fraunhofer IOSB-INA und der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe.

Ergänzt wird die Ausstellung durch die Fotoausstellung „Diagnose Krebs – das Leben danach“, die in Kooperation mit Sabine Mirbach und der Fotografin Nadine Marga-Fahrenkamp entstanden ist. Die großformatigen Aufnahmen zeigen Brustkrebspatienten mit Accessoires der Weserrenaissance wie Perlen, Tulpen, Kragen oder Federn und wurden eigens im und am Schloss Brake angefertigt.

Medizinische Themen und prominente Gäste

Viele Veranstaltungen des neuen Programms greifen Inhalte der Sonderausstellung auf und sollen dadurch ein ganzheitliches Besuchserlebnis schaffen. Gemeinsam mit dem Klinikum Lippe veranstaltet das Museum die Vortragsreihe „Visite im Museum“. Dabei referieren Fachleute bei freiem Eintritt über Themen wie Brustkrebs, Männergesundheit, Kardiologie oder Rückenschmerzen.

Ein besonderer Höhepunkt erwartet die Besucher am Freitag, 13. November. Dann gastiert der bekannte Schauspieler und ehemalige Gefängnisarzt Joe Bausch in Schloss Brake. In Kooperation mit der Volkshochschule Detmold-Lemgo liest er aus seinem Buch „Verrücktes Blut“ und berichtet von seinem Berufsleben sowie prägenden Erfahrungen seiner Jugend.

Darüber hinaus stehen zahlreiche weitere kulturelle Veranstaltungen auf dem Programm. Dazu zählen der literarisch-musikalische Abend „True Crime: Es war Mord!“ mit Schauspieler Roman Knižka am 29. November (Sonntag), mehrere Kammerkonzerte in Zusammenarbeit mit dem Landestheater Detmold, medizinisches Kabarett mit Ingo Börchers, die „Erzählwerkstatt“ des Kulturstellwerks Nordlippe sowie das Konzert „Macht Musik! Krieg und Frieden: Der abenteuerliche Simplicissimus“ im Rahmen des Festivals „mixTour“.

Angebote für Kinder und Familien

Auch Familien und junge Besucher kommen nicht zu kurz: Bereits am Sonntag, 27. September, wird das Kindertheaterstück „Der Teufel mit den drei goldenen Haaren“ aufgeführt. Hinzu kommen Taschenlampenführungen und Erlebnisrundgänge durch die Dauerausstellung.

Im Zusammenhang mit der Sonderausstellung bietet das Museum zudem besondere Mitmachaktionen an. In der „Teddy-Klinik“ können Kinder spielerisch die Angst vor Arztbesuchen abbauen. Ergänzend werden Reanimationskurse angeboten, um bereits frühzeitig Kenntnisse in Erster Hilfe zu vermitteln.

Eine ungewöhnliche Aktion findet am 1. November (Sonntag) statt: Zum „Internationalen Tag des Einhorns“ erhalten alle Besucher freien Eintritt, die in einem Einhornkostüm erscheinen oder ein Spielzeugeinhorn mitbringen. Zugleich erfahren sie mehr über den historischen Glauben an die angeblichen Heilkräfte des Fabelwesens.

Dauerausstellung bleibt Schwerpunkt

Neben den Sonderausstellungen und Veranstaltungen legt das Museum weiterhin großen Wert auf seine Dauerausstellung. Regelmäßig finden öffentliche Erlebnisführungen statt, die sich mit Themen wie Adel, Architektur, Mode oder Sprichwörtern der Weserrenaissance beschäftigen.

Neu gestaltet wurde außerdem die Jagdabteilung. Dort werden nun zusätzliche Exponate gezeigt, darunter historische Waffen und eine Hundehalsung.

Tickets für Ausstellungen und Veranstaltungen sind ab sofort an der Museumskasse, telefonisch unter 05261/2502190 oder per E-Mail erhältlich. Die Kasse ist dienstags bis sonntags jeweils von 10 bis 18 Uhr geöffnet.