
Detmold. Mit einem feierlichen Spatenstich hat die Stiftung Herberge zur Heimat den Startschuss für ein neues Apartmenthaus auf ihrem Gelände an der Mühlenstraße gegeben. Zahlreiche Vertreter aus Politik, Verwaltung und von Förderinstitutionen begleiteten den symbolischen Baubeginn des Projekts, das bezahlbaren und barrierefreien Wohnraum für Menschen in sozialen Notlagen schaffen soll.
„Es war ein langer Weg bis hierhin“, sagte Vorstand Matthias Neuper bei der Begrüßung der Gäste. Bereits nach dem Abriss der alten Gebäude im Jahr 2003 gab es Überlegungen für eine Neubebauung des Geländes. Konkretere Pläne entstanden 2018, wurden jedoch durch einen Wasserschaden im sogenannten Eckhaus zunächst zurückgestellt.
Nach Angaben Neupers haben sich die Anforderungen in der sozialen Arbeit in den vergangenen Jahren deutlich verändert. Zwar sei selbstständiges Wohnen weiterhin ein wichtiges Ziel, zugleich wünschten sich viele Menschen aufgrund von Einsamkeit, gesundheitlichen Einschränkungen oder fehlendem barrierefreiem Wohnraum eine Unterbringung in der Nähe der Stammeinrichtung. Der Neubau reagiere auf diese Entwicklung. Geplant sind 14 rollstuhlgerechte Apartments sowie ein Fahrstuhl.
Für Frank Sievert, Vorsitzender des Stiftungsrates, ist das Vorhaben weit mehr als ein Bauprojekt. „Der Neubau schafft Heimat für Menschen in besonderen Lebenslagen und ist zugleich das Ergebnis einer großartigen Teamarbeit“, betonte er. Die Einrichtung setze damit ein wichtiges Zeichen für die Stadt Detmold und den Kreis Lippe.
Auch Landrat Meinolf Haase würdigte die Bedeutung des Projekts. Die „Herberge zur Heimat“ lasse Menschen in schwierigen Lebenslagen nicht allein und begleite sie auf ihrem Weg. Bürgermeister Frank Hilker erinnerte daran, dass Wohnungslosigkeit grundsätzlich jeden treffen könne. Niederschwellige Hilfsangebote seien deshalb unverzichtbar. Gleichzeitig hob er die oftmals im Hintergrund geleistete Arbeit der Mitarbeiter hervor.
Architektin Vanessa Bäckeralf vom Büro „Schreiber + Schaul“ erläuterte, dass der Neubau als Massivbau mit hohen energetischen Standards errichtet werde. Die Fertigstellung ist bis Ende 2027 geplant. Mit der Umsetzung sind überwiegend regionale Handwerksbetriebe beauftragt.
Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 2,3 Millionen Euro. Finanziert wird das Projekt unter anderem durch ein Darlehen der NRW.BANK im Rahmen der Mietwohnraumförderung. Weitere Unterstützung leisten die Stiftung Wohnhilfe und Aktion Mensch. Dennoch fehle nach Angaben von Tim Redecker, kaufmännischer Vorstand der Stiftung Diakonis und der Stiftung „Herberge zur Heimat“, noch ein Betrag von rund 45.000 Euro, der durch Spenden gedeckt werden soll.
Wer das Projekt unterstützen möchte, findet weitere Informationen unter www.herberge-lippe.de.



