Augustdorf: Kontrollen in Brennpunkt-Siedlung „Am Dören“

60
Blick auf das Augustdorfer Rathaus. Foto: Ub12vow/Wikimedia

Augustdorf. Herumliegender Sperrmüll, nicht angemeldete Fahrzeuge oder die Beförderung von Abfällen ohne Gewerbeschein: Diese und weitere Verstöße haben verschiedene Behörden bei einer gemeinsamen unangekündigten Kontrolle der „Ordnungspartnerschaft Augustdorf“ in der Wohnsiedlung „Am Dören“ festgestellt und geahndet.

-Anzeige-

Beteiligt waren die Kreispolizeibehörde, das Umwelt- und das Straßenverkehrsamt des Kreises Lippe, das Jobcenter sowie das Ordnungsamt der Gemeinde Augustdorf.

Hintergrund ist die allgemeine Situation „Am Dören“. Dort hatten Bürger zuletzt immer wieder von Vandalismus, Vermüllung oder aggressivem Verhalten anderer Mitmenschen berichtet und die Behörden um Hilfe gebeten. Um das Problem anzugehen, hatten sich der Kreis Lippe, die Gemeinde Augustdorf und die Kreispolizeibehörde im vergangenen Jahr zu einer Ordnungspartnerschaft zusammengeschlossen – die nun immer mehr mit Leben gefüllt wird.

„Mit der Ordnungspartnerschaft unterstreichen wir, dass wir die Sorgen der Bürgerinnen und Bürger ernst nehmen. Seither zeigen die einzelnen, an der Kooperation beteiligten Behörden immer wieder unabhängig voneinander Präsenz ‚Am Dören‘. Hinzu kommen gemeinsame Aktionen“, erklärt Landrat Dr. Axel Lehmann.

Im Fokus standen bei einer ersten Aktion Ende 2023 unter anderem die unübersehbaren Sperrmüllhaufen, herumliegende Altreifen oder andere Materialien. Diese wurden vom Umweltamt des Kreises Lippe dokumentiert und aufgenommen – ein Auftakt, um Umweltgefahren auszuschließen, den Müll beseitigen zu lassen, konkrete Hinweise auf die Verursacher zu bekommen und um gegebenenfalls Bußgeldverfahren in Gang zu setzen.

Vor Ort wurden auch mehrere „Schrottsammler“ kontrolliert, die aber keine Gewerbeanmeldung besitzen. Ihnen wurde diese Tätigkeit umgehend untersagt.

Das Straßenverkehrsamt nahm mehrere nicht angemeldete Fahrzeuge und Transporter mit ausländischen Kennzeichen unter die Lupe, um die Halter ausfindig machen zu können. Diese haben inzwischen die Aufforderung bekommen, abgemeldete Fahrzeuge zu entfernen oder ihre Wagen mit deutschem Kennzeichen zuzulassen – sofern sie hierzulande gemeldet sind. Auch die Polizei und das Jobcenter waren an der Aktion beteiligt – um Flagge zu zeigen, mit den Menschen vor Ort ins Gespräch zu kommen und gegebenenfalls Verstöße aufzunehmen.

Mehrfach hatte es in den vergangenen Wochen Nachkontrollen der verschiedenen Behörden gegeben – insbesondere durch das Umweltamt. Zwischenfazit: Einige Fahrzeuge und Müll wurden entfernt und das Erscheinungsbild in der Siedlung hat sich verbessert.

Dennoch steht die Situation „Am Dören“ weiter im Fokus – vornehmlich auch bei den Sicherheitsbehörden, nachdem es Mitte Februar vor Ort eine große Schlägerei gegeben hatte. Nicht erst seit diesem Vorfall beobachtet die Kreispolizeibehörde die Situation in der Siedlung sehr genau.

„Neben unserer Präsenz vor Ort hat die Vergangenheit gezeigt, dass wir durch Ordnungspartnerschaften wie nun in Augustdorf mittelfristig große Schritte weiterkommen. Auch, weil so ein gemeinsames Vorgehen und Auftreten der einzelnen Behörden verstärkt möglich wird“, sagt Polizeidirektor Christian Peters, Leiter der Direktion Gefahrenabwehr/Einsatz der Kreispolizeibehörde Lippe.

„Das Zusammenspiel funktioniert gut, das hat sich schon in Horn-Bad Meinberg, aber auch jetzt wieder hier in Augustdorf gezeigt“, ergänzt Sabine Beine, zuständige Verwaltungsvorständin beim Kreis Lippe.

Augustdorfs Bürgermeister Thomas Katzer ist sehr dankbar für diese Zusammenarbeit und die Unterstützung seiner Gemeinde bei der Lösung der vielfältigen Probleme. „Und da lassen wir nicht locker. Deshalb wird es in Kürze wieder eine gemeinsame Aktion der Ordnungspartnerschaft ‚Am Dören‘ geben“, kündigt Katzer an. (lwz)