Symbolbild. Foto: Pixabay

Bielefeld. Nach den Ausschreitungen rund um den Jahnplatz in Bielefeld in der Nacht zu Sonntag, 21. Juni, hat die Polizei eine spezielle Ermittlungsgruppe eingerichtet. Ziel sei es nach Behördenangaben, die Vorfälle im Zusammenhang mit den WM‑Feierlichkeiten umfassend aufzuklären und Tatverdächtige zu identifizieren.


Nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei hätten sich neben vielen friedlich Feiernden rund 70 gewaltbereite Personen im Innenstadtbereich aufgehalten. Diese Gruppe habe demnach versucht, im Straßenverkehr stehende Busse zu beklettern. Als Einsatzkräfte dies unterbinden wollten, sei es zu gezielten Provokationen gegenüber Polizisten und einem Diensthund gekommen.

Wie die Polizei weiter mitteilt, habe sich ein 26‑jähriger Mann aus Steinhagen wegen des Verdachts auf Landfriedensbruch verantworten müssen. Er habe trotz mehrfacher Warnungen den Diensthund provoziert und sei schließlich von diesem leicht verletzt worden.

Im weiteren Verlauf sei die Gruppe laut Polizei geschlossen auf die Einsatzkräfte vorgerückt. Die Beamten hätten daraufhin Pfefferspray eingesetzt, um die Situation zu kontrollieren. Aus der Menge heraus seien zudem Glasflaschen und ein Fahrrad gezielt auf Polizisten geworfen worden. Anschließend hätten sich die Beteiligten in kleinere Gruppen aufgeteilt und seien in umliegende Nebenstraßen geflüchtet, wo es laut Ermittlern zu weiteren Vorfällen wie Pyrotechnik und Flaschenwürfen gekommen sei.

Derzeit würden zahlreiche Handyvideos ausgewertet, die viele Beteiligte zeigen sollen. Ziel der Ermittlungen sei es, die Personen eindeutig zu identifizieren und die jeweiligen Straftaten konkret zuzuordnen. Neben dem Jahnplatz selbst stünden auch die angrenzenden Straßen im Fokus der Ermittlungen.

Die Polizei bittet Zeugen, Fotos, Videos oder Hinweise über das offizielle Hinweisportal des Landes Nordrhein‑Westfalen einzureichen. Gleichzeitig betont sie, dass trotz der ausgelassenen Stimmung im Rahmen der Fußball‑WM keine Ausnahmen von geltenden Gesetzen gemacht würden. Das Einsatzkonzept werde für kommende Spiele entsprechend überprüft und angepasst.