Paderborn. Nach der Messerattacke vom 30. Mai hat die Polizei im Raum Paderborn einen mutmaßlichen Tatverdächtigen festgenommen. Wie Polizei und Staatsanwaltschaft mitteilten, sei der 55-jährige Mann am Montagnachmittag, 1. Juni, im Zuge umfangreicher Durchsuchungs- und Fahndungsmaßnahmen vorläufig festgenommen worden.
Den Angaben zufolge hätten sich nach einem öffentlichen Zeugenaufruf mehrere Hinweisgeber bei der Mordkommission der Polizei Bielefeld gemeldet. Einer dieser Hinweise habe schließlich zur Identifizierung des Tatverdächtigen geführt. Der 55-jährige Deutsche mit kasachischen Wurzeln sei bereits zuvor polizeilich in Erscheinung getreten.
Das Opfer, ein 39-jähriger Ukrainer, habe laut Polizei bereits am Sonntag von den Ermittlern befragt werden können. Dabei habe er den mutmaßlichen Angreifer anhand von Lichtbildern identifiziert. In der Folge hätten die Behörden intensive Fahndungsmaßnahmen eingeleitet, in deren Verlauf der Verdächtige schließlich im Stadtgebiet Paderborn angetroffen und festgenommen worden sei.
Nach Einschätzung der Ermittler bestehe ein dringender Tatverdacht wegen versuchten Totschlags sowie gefährlicher Körperverletzung. Der Beschuldigte sei am Dienstag, 2. Juni, einer Haftrichterin am Amtsgericht Paderborn vorgeführt worden, die Untersuchungshaft angeordnet habe. Anschließend sei der Mann in eine Justizvollzugsanstalt überstellt worden. Zu den Vorwürfen habe er sich nach Polizeiangaben bislang nicht geäußert.
Zum Hintergrund der Tat teilte die Polizei mit, dass ein Streit Auslöser der Auseinandersetzung gewesen sein könnte. Der 39-Jährige habe ausgesagt, er sei bei einem Spaziergang auf eine Gruppe junger ukrainischer Frauen aufmerksam geworden, die von dem späteren Tatverdächtigen bedroht und belästigt worden seien. Er habe eingegriffen und die Frauen schützen wollen. Nachdem sich der 55-Jährige zunächst entfernt habe, sei es später zu dem Angriff mit einem Messer gekommen, bei dem der 39-Jährige verletzt worden sei. Nach notärztlicher Behandlung befinde sich das Opfer inzwischen außer Lebensgefahr.
Die Ermittlungen der Mordkommission Bielefeld dauern an. Die Polizei bittet weiterhin um Hinweise: Die bislang nicht identifizierten vier bis sechs ukrainischen Frauen werden als wichtige Zeuginnen gesucht und gebeten, sich bei einer Polizeidienststelle zu melden.




