Blick auf den Dr.-Oetker-Hauptsitz in Bielefeld. Foto: Wikimedia/Zefram

Bielefeld/Oerlinghausen. Nach drei ergebnislosen Tarifverhandlungsrunden verschärft die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) den Druck auf die Arbeitgeberseite: Beschäftigte mehrerer Unternehmen der Oetker-Gruppe sind für Donnerstag, 2. Juli, zu einem Warnstreik aufgerufen.


Betroffen sind neben den Produktionsstandorten der Dr. August Oetker Nahrungsmittel KG in Bielefeld und Oerlinghausen auch die OEDIV KG, die Dr. August Oetker KG sowie die Handelsgesellschaft Sparrenberg mbH. Der Arbeitskampf soll von 5.30 bis 15.45 Uhr andauern und gezielt vor dem nächsten Verhandlungstermin am 8. Juli ein Signal setzen.

Aus Sicht der Gewerkschaft haben die bisherigen Gespräche keine ausreichenden Fortschritte gebracht. NGG-Geschäftsführer Thorsten Kleile kritisiert insbesondere die bisherigen Angebote der Arbeitgeberseite: Nach zwei Offerten von jeweils 1,4 Prozent habe es zuletzt lediglich eine Erhöhung um 2,0 Prozent gegeben. Dies sei aus Sicht der NGG nicht angemessen und werde der Leistung der Beschäftigten nicht gerecht.

Die Gewerkschaft fordert stattdessen eine Entgelterhöhung um 5,7 Prozent sowie einen zusätzlichen Bonus für Gewerkschaftsmitglieder. Während bei der Lohnentwicklung zumindest leichte Bewegung erkennbar gewesen sei, stoße der vorgeschlagene Bonus weiterhin auf klare Ablehnung der Arbeitgeberseite.

Auch NGG-Verhandlungsführer Mohamed Boudih unterstreicht die Erwartungen der Beschäftigten. Diese hätten in den vergangenen Jahren maßgeblich zum wirtschaftlichen Erfolg der Unternehmen beigetragen und erwarteten nun, dass sich diese Leistung auch in der Bezahlung widerspiegele. Wer täglich Verantwortung übernehme und für Qualität, Zuverlässigkeit und Produktivität sorge, könne keine Angebote akzeptieren, die hinter den Erwartungen zurückblieben.

Innerhalb der Belegschaften wachse nach Einschätzung der Gewerkschaft die Unzufriedenheit spürbar. Viele Beschäftigte hätten darauf gehofft, dass insbesondere die dritte Verhandlungsrunde zu einer echten Annäherung führen würde. Diese Erwartungen hätten sich jedoch nicht erfüllt.

Vor diesem Hintergrund sieht die NGG den Warnstreik als notwendiges Mittel, um Bewegung in die festgefahrenen Gespräche zu bringen. Die Geduld vieler Beschäftigter sei begrenzt, betont Kleile. Ohne zusätzlichen Druck sei kein Fortschritt zu erwarten, weshalb die Belegschaften nun ein deutliches Zeichen setzen wollten.

Mit Blick auf die kommende Verhandlungsrunde am 8. Juli formuliert die Gewerkschaft klare Erwartungen: Die Arbeitgeber seien gefordert, ein deutlich verbessertes Angebot vorzulegen, das eine echte Annäherung ermögliche und die erbrachten Leistungen der Beschäftigten anerkenne. Der angekündigte Warnstreik soll genau dazu beitragen, die Verhandlungen in diese Richtung zu bewegen.