Die HSG Blomberg-Lippe feiert ihre erste Deutsche Meisterschaft. Foto: Timon Peters

Blomberg. Die HSG Blomberg-Lippe hat sich erstmals in ihrer Vereinsgeschichte zum Deutschen Meister der Alsco-Handball-Bundesliga der Frauen gekrönt. Im dritten und entscheidenden Finalspiel setzte sich das Team von Trainer Steffen Birkner vor ausverkauftem Haus an der Ulmenallee mit 30:26 (13:12) gegen Borussia Dortmund durch und belohnte sich damit für eine herausragende Saison. Beste Werferin der Gastgeberinnen war Ona Vegué mit sieben Treffern.


Birkner schickte im Finale Melanie Veith im Tor sowie Farrelle Njinkeu, Díana Magnúsdóttir, Elín Magnúsdóttir, Nieke Kühne, Alexia Hauf und Maxi Mühlner aufs Feld. Die HSG startete mit einer stabilen Abwehrleistung, insbesondere durch den Innenblock um Kühne und Andrea Jacobsen. Schnell gingen die Gastgeberinnen mit 2:0 in Führung, ehe Dortmund erst in der fünften Minute den ersten Treffer erzielte.

Die Partie entwickelte sich zunächst zu einem defensiv geprägten Duell. Beide Teams fanden nur schwer Lücken, das Spiel blieb lange torarm. Emotional wurde es, als Kühne nach einem Gesichtstreffer eine Zeitstrafe erhielt, was die Stimmung in der Halle spürbar anheizte. Trotz Unterzahl behauptete sich die HSG, unter anderem mit starken Paraden von Veith.

Offener Schlagabtausch vor der Pause

Mit zunehmender Spielzeit fand auch Dortmund besser ins Spiel und ging zwischenzeitlich erstmals in Führung. Fehler im Blomberger Angriff nutzte der BVB konsequent aus und setzte sich auf 7:5 ab. Doch die HSG hielt dagegen: Besonders die beiden Isländerinnen Díana und Elín Magnúsdóttir sowie Jacobsen sorgten für wichtige Treffer.

Die Schlussphase der ersten Hälfte entwickelte sich zu einem engen Schlagabtausch. Beide Mannschaften punkteten vor allem über Siebenmeter, wobei Vegué sicher verwandelte. Kurz vor der Pause setzte Kühne den Schlusspunkt im Angriff, während Veith mit einer Siebenmeter-Parade praktisch mit dem Halbzeitpfiff die 13:12-Führung festhielt.

Entscheidung in der zweiten Halbzeit

Nach dem Seitenwechsel präsentierte sich die HSG deutlich zielstrebiger. Mit einem 3:0-Lauf durch Magnúsdóttir, Vegué und Jacobsen bauten die Blombergerinnen ihren Vorsprung erstmals deutlicher aus. Dennoch blieb das Spiel hart umkämpft: Dortmund verkürzte immer wieder, auch weil Torhüterin Szikora nun stärker ins Spiel fand.

Eine Schlüsselszene folgte, als Mühlner nach einem Foul die Rote Karte sah. Doch die HSG ließ sich davon nicht aus dem Konzept bringen. Veith parierte erneut einen Siebenmeter und hielt ihre Mannschaft im Spiel.

In der hitzigen Phase bewies insbesondere Njinkeu große Nervenstärke. Die 19-Jährige, ausgezeichnet als Alsco-Rookie der Saison, erzielte wichtige Treffer und setzte entscheidende Akzente. Auch Vegué blieb vom Siebenmeterpunkt überwiegend souverän und traf in wichtigen Momenten.

Schlussphase bringt Entscheidung

Trotz zwischenzeitlicher Aufholjagden der Dortmunderinnen gelang es der HSG, den Vorsprung zu behaupten. In den letzten zehn Minuten übernahm Torhüterin Roth und zeigte mehrere starke Paraden. Spätestens mit Vegués Treffer zum 29:24 zwei Minuten vor Spielende war die Entscheidung gefallen.

Der Treffer von Lassource zum 30:26-Endstand änderte nichts mehr am Ausgang: Die HSG Blomberg-Lippe sicherte sich mit zwei Final-Heimsiegen verdient die Deutsche Meisterschaft.

Krönung einer außergewöhnlichen Saison

Mit dem Titelgewinn setzt die HSG den Schlusspunkt unter eine herausragende Spielzeit. Besonders beeindruckend: In der heimischen Ulmenallee blieb das Team über die gesamte Saison ohne Punktverlust. Der Meistertitel ist damit nicht nur sportlicher Erfolg, sondern auch Ausdruck einer konstant starken Entwicklung auf höchstem Niveau.


Aufstellungen:

HSG Blomberg-Lippe: Veith, Lepschi, Roth; Rüffieux, Jacobsen (3), D. Magnúsdóttir (4), Kühne (5), Mühlner (1), Vegué (7), Jaron, Bucher (1), Tietjen, Sandberg, Hauf, E. Magnúsdóttir (4), Njinkeu (5).

Borussia Dortmund: Szikora, Wachter; Grijseels (4), Kusian (1), Antl (1), Van Maurik (1), Langer, Kamp (2), Lassource (8), Husebo (1), Olsson (1), Vollebregt (2), Nestaker (3), Egeling (1), Bleckmann (1), Menne.